Mündlich versus schriftlich

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Der erste Prüfungstag ist überstanden und bestanden. Die drei schriftlichen Prüfungen hab ich alle vor der Zeit beendet. Für zwei davon hab ich nicht einmal die Hälfte der Zeit benötigt. Das Ergebnis war sehr zufriedenstellend. Sogar das Fach, vor dem ich mich fürchtete, hab ich gemeistert. Weiterlesen

Brücken bauen …

…kann ich leichter zu Menschen, die …

  • Interesse zeigen
  • sich in eine andere Perspektive versetzen können
  • gewillt sind, die Grautöne zu sehen statt in schwarzweiß zu denken
  • auch fähig sind, kritisch gegenüber sich selbst zu sein und nicht davon ausgehen, dass ihre eigenen Ansichten ausnahmslos unfehlbar sind.
  • zur Kenntnis nehmen, dass es einen wissenschaftlichen Fortschritt gibt.

Warum sollte ich Brücken bauen zu solchen, die mir absprechen, Autist zu sein, weil ich 47,XXY bin?

Warum wird die Diagnose von Menschen wie mir erschwert, indem vehement gegen jegliche Gentests aufgetreten wird, als ob es da nur um Abtreibung und Euthanasie ginge? Es gibt bereits eine Menge autistischer Syndrome, deren Ursachen bekannt sind, und wo Behandlungen entwickelt werden, um die Lebensqualität zu verbessern bzw. wo die Ursachensuche mitunter lebenswichtig wäre, wie beim Rett-Syndrom. Im Fall von 47,XXY gibt es eine geschätzte 80-90%ige Dunkelziffer. Autismus ist nicht nur der große Unbekannte, der er für immer und ewig bleiben wird.

Es ist auch nicht richtig, Autismus ausschließlich als angeboren zu bezeichnen, denn es gibt Ausnahmen.

Wisst ihr … ich glaube nicht daran, dass die Natur die Grenzen so strikt gezogen hat, weder bei Autismus noch bei Klinefelter. Ich höre bei Aktivisten hüben wie drüben die gleichen Phrasen:

Autismus ist immer angeboren, familiär vererbt, grundsätzlich unbekannt von der Ursache, und es leidet niemand darunter.

Klinefelter sind durch und durch Männer, keiner ist irgendwie weiblich oder intersexuell oder Transgender, alle brauchen eine Testosterontherapie, und die mit zusätzlicher Autismus-Diagnose haben wohl einen Impfschaden, das habe überhaupt nichts mit Klinefelter (bzw. 47,XXY) zu tun.

Ich denke nicht in solchen strikten Kategorien, ich kann das nicht, bei so vielem nicht. Natürlich gibt es ethische und moralische Grenzen. Aber es gibt auch keine klaren Antworten. Im Gegensatz zu den sich glücklich schätzen dürfenden idiopathischen Autisten zähle ich zu der Spezies, von denen über zwei Drittel und mehr bei der Geburt abgetrieben werden, wenn vor der Geburt XXY o.ä. festgestellt wurde. Trotzdem bin ich nicht gegen Gentests bei Kindern, Jugendlichen, Erwachsenen, die leben, die nicht mehr abgetrieben werden können, sondern wo es durchaus Sinn ergibt, Folgeerkrankungen zu vermeiden, wenn ein genetisches Syndrom entdeckt wird. Es wäre eigensinnig, ihnen diese Hilfe zu verweigern, weil Gentests missbraucht werden können. Jede wissenschaftliche Erkenntnis kann missbraucht werden. Dies zu verhindern ist Aufgabe der Mehrheitsgesellschaft, aber nicht derer, denen geholfen werden kann. Es kann sein, dass ich von dieser Grundhaltung für ein paar Jahrzehnte abrücken muss, wenn Faschisten das Regierungszepter übernehmen und Euthanasie wieder ganz oben steht.

Aber solange wir am Weg zu einer inklusiven Gesellschaft sind, gehören für mich zur Inklusion auch jene, die nicht in eine willkürlich festgelegte Norm passen, die eine Minderheit festgelegt hat, nämlich Klinefelter und Autismus haben so und so zu sein und dürfen überhaupt nichts miteinander zu tun haben.

Grenzen von Social Media

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Das Stadtleben sorgt oft für eine Überreizung, dafür lebt man in Anonymität.

Mir sind in den letzten Wochen und Monaten zunehmend die Grenzen der allgegenwärtigen Social Media Überflutung bewusst geworden. Zu den Vor- und Nachteilen von Internet allgemein habe ich schon ausgiebig gebloggt. In diesem Beitrag möchte ich erläutern, weshalb insbesondere Facebook und Twitter gravierende Nachteile haben gegenüber Internetforen, welche es schon von Beginn an gibt, unabhängig von der Datenabgreiferei, über die man selbst wenig Kontrolle hat. Jede Medaille hat zwei Seiten und ich kann derweil nicht mehr hören, wie super Twitter für Autisten ist, als gäbe es hier überhaupt nie Missverständnisse. Ich erlebe hier denselben Shit wie ich in meiner Schulzeit erlebt habe. Gruppendynamik kann sich frei entfalten. Die Kontrollinstanz fehlt. Niemand schreitet ein, um ausufernden Streit, Anschuldigungen, Verleumdungen und Lügen zu unterbinden

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Weltschmerz

As a consequence of hatred, anger, shift to the right, black and white thinking, generalising, war against everything, the fear of using incorrect terms (personal codes of conducts which are demanded for the entire world to consider)…. fascist thinking, I’m afraid I will loose a lot of companions here in social media. I’m already afraid of losing myself.
In motion I’m able to comply my duties. Then I don’t think about Weltschmerz (world weariness). As soon as I stop being in action, however, I have to deal with it the whole time. It appears as if there is not any working concept against people believing in wrong statements and even open lies, effectively used to manipulate them. It’s like a wall between me and them. I can’t ignore facts, I can’t ignore physics. I’m unable to put myself in a perspective taking place in a parallel universe, obviously, where laws of nature are not valid (like talking about climate change).
It’s been only a few years when I was very sceptical about social media. I didn’t even possess a smartphone. My social environment seemed to be much more advanced, praised the possibilities but ignored the danger of it. Smartphones are a part of it because we’re entertained 24/7 a week. It’s a permanent influence. Taking advantage, good for you, but under the wrong influence, it turns into a weapon. Brain washing still seems to be quite effective. It’s seems to be a paradox contradiction to all the possibilities we have now. Nearly unlimited internet research, communication between scientists, politicians, journalists and the people, among the people. We should develop into another direction where we understand eachother better than during offline times, with boundaries or far distances between us. We failed. My early concerns about social media turn out to be accurate.
You may argue I benefit from them as well. Yes I do, I still do but costs and benefits are increasingly unbalanced. Social media accounts are voluntary, no obligation to fight everything which is wrong on the Internet. I don’t have time for everything. I need to regenerate, I need to relax. Every psychologist will tell you the same you shouldn’t be exposed to PERMANENT stress. Bad news 24/7 manifest as permanent pressure to keep up optimism. The media is responsible as well for maintaining bad news. It’s their job but they help managing the shift to right better than their own press officers. Journalists overtake statements and expressions without reflecting their implications and references. The filter is gone.Journalists were thought to act as gatekeepers deciding whether news are serious and important enough to be spread into the world. They failed, too. Every fart of a politician or a wannabe dictator is considered main news. There is a need for an independent institution controlling politics and mediating voices of those who have been silenced. Social media and the ability to distribute propaganda news on a large scale destroy these control mechanisms. We’re late re-establishing new ones, to adapt to uncharted online waters. It might not even come into the mind that it why that is so necessary.
My own concepts are rudimentary. I will remain critical, I will observe with scepticism. I question references and statements without clear reference. However I have limited resources for fighting for now and I can’t stand 24/7 of Weltschmerz for long.

Kritisch sein gegenüber Aussagen

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Es gibt keine universelle Wahrheit. Es gibt Gesetze der Physik und wissenschaftliche Fakten, die durch sie geschaffen werden. Es gibt Bereiche der Unschärfe, die durch die Statistik abgedeckt wird. Das Studium hat mich gelehrt, kritisch zu hinterfragen, die Ursprünge von Aussagen anzuschauen. Nicht nur die Quelle ist wichtig, sondern auch mögliche Befangenheit, wenn etwa wissenschaftliche Studien durch eine bestimmte Lobby oder Unternehmen gefördert werden, die bestimmte Ergebnisse sehen wollen. Objektivität ist eine Herausforderung. Wenn sie nicht durch äußere Zwänge beeinflusst wird, dann durch voreilige Schlüsse, die man selbst zieht. Weiterlesen