Bericht über einen Autisten in der Wiener Wochenzeitschrift “Falter”

Autismus ist ein Spektrum, leider wissen das die meisten Journalisten nicht

Erstmals hat es Autismus auf die Titelseite einer Zeitung geschafft. “Der gefundene Sohn. Drei Jahre war der Autist Saraie verschollen. Warum? Die große Geschichte seiner Reise.” Das weckt natürlich Erwartungen und provoziert Enttäuschungen. Der Ansatz ist löblich, aber leider nicht zu Ende gedacht werden. Um meine Kritik zuzuspitzen: Ich vermisse die Darstellung von Autismus als Spektrum. Genau solche Artikel machen es Autisten, die nach außen unauffälliger erscheinen als der Beschriebene, schwer, sich zu anderen gegenüber zu öffnen oder gar zu outen. Continue reading

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Auditive Wahrnehmungsstörung

Dieser Blogtext beschreibt meine Schwierigkeiten sehr gut. Das ist auch der Grund dafür, weshalb ich dem Telefonieren so abgeneigt bin und weshalb ich mir in größeren Gruppen immer schwer tue, speziell, wenn ich fremd bin und man nicht über meine autistischen Bedürfnisse Bescheid weiß. Gerade die Situation auch, wenn ich an der Supermartkasse, an einem Ticketschalter, beim Bäcker an der Theke oder sonstwo stehe, und hinter mir fängt jemand laut zu reden oder telefonieren an, habe ich größte Mühe, noch einen klaren Satz herauszubringen bzw. zu verstehen, was der Verkäufer mir sagt. Es ist zugleich auch mühsam und frustrierend bei “Erstkontakten”, wenn ich akustisch nur die Hälfte vom Zwiegespräch mitbekomme und öfter “ins Blaue” antworte, weil ich die Frage nicht richtig verstanden habe. Im Job hilft mir ein Headset bzw. hilft oft die fachliche Routine. Die Fragen sind meist vorhersehbar. Im Privaten gilt das leider nicht und “Anrufe aus heiterem Himmel” beantworte ich meist schlichtweg nicht. Continue reading

Schweigen is a Schas.

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Zeitloses Graffiti am Donaukanal: “Don’t try to be an apple if you are a banana….”

“Zwei Tage vor der Van der Bellen-Wahl (In Österreich wird der Bundespräsident direkt gewählt, Anm.) hat ein schwuler Bekannter mir gesagt: “Wenn der Hofer gewinnt, werde ich nicht mehr so offen leben wie jetzt.” Da hab ich ihm geantwortet: “Wenn wir, die wir ein gutes Leben haben, die wir wohlsituiert sind und Vorgesetzte haben, die uns akzeptieren, anfangen, uns zurückzuziehen, was sollen denn dann die anderen tun? Wenn wir uns verstecken, geben wir auch den Heteros nicht die Möglichkeit, zu sehen, dass es uns immer und überall gibt. In jedem Sportverein, in jedem Ministerium, in fast jeder Familie.”

Ulrike Lunacek (ehemalige Grünen-Politikerin und bekennend homosexuell) in “Der Preis der Macht. Österreichische Politikerinnen blicken zurück.” von Lou Lorenz-Dittelbacher (September 2018″)

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Hürdenlauf

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Boeing 747 im Landeanflug auf Frankfurt-Flughafen

Wie im vergangenen Beitrag berichtet, stand eine Dienstreise bevor. Die Teilnehmer waren mir durchwegs sympathisch, es haben sich nette Kontakte ergeben, die Vorträge waren interessant und ich hab vieles Neues erfahren. Die Begleitumstände waren am Anfang holprig und am Ende ging mir etwas die Energie aus. Dennoch ziehe ich ein positives Fazit und hoffe auf eine Wiederholung in den nächsten Jahren. Continue reading

Stress: Dienstreise mit Autismus

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Blick vom Flugzeug auf die Berchtesgadener Alpen (v.l.n.r.: Königssee, Watzmann, Hochkalter)

Kommende Woche steht meine erste längere Dienstreise (> 3 Tage) seit fünf Jahren bevor, wenn man von Ausbildungsreisen absieht (da war ich 2016 mal 10 Tage in Innsbruck). Dieses Mal sind die Vorzeichen etwas anders und das sorgt zugegebenermaßen für ein wenig Nervosität bei mir. Denn der Autismus begleitet mich , den kann ich nicht zuhause lassen. Continue reading