Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen

Was für ein Jahr … und es ergeben sich immer noch neue Erkenntnisse.

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Zwei Jahre intensives Bergwandern machten sich bemerkbar. Insbesondere links der deutliche Abdruck vom Sesambein.

Zu meinem Sesambeinödem hab ich heuer regelmäßig berichtet (März, April, August, September und die Chronologie.)  Erst durch die letzte Physiotherapietermine hat sich ergeben, dass die Ursache viel weiter oben zu suchen ist. Ein klassisches Henne-Ei-Problem. Am Anfang standen die Einlagen, um den betroffenen Fußbereich weichzubetten (auch wenn die Schuhmacher genau das nicht gemacht haben trotz Vorgabe durch die Orthopäden). Außerdem sollte ich mich schonen, damit das Ödem ausheilen kann. Der Arztwechsel hat im Prinzip bestätigt, dass das Ödem echt ist, aber Zweifel über die Ursache gebracht. Fakt ist, dass man anhand des MRT vom April nicht erkennen kann, ob die Zweiteilung des Sesambeins durch einen Ermüdungsbruch zustandekam oder schon seit der Geburt (“anlagebedingt”) vorliegt. Die Einschätzung der zweiten Radiologin deutete daraufhin, dass wiederholte Überlastung (Mikrotraumen) die Ursache für die Entzündung war und nicht der Bruch bzw. die Zweiteilung. Continue reading

Strategien von Autisten im Umgang mit Schwierigkeiten im Berufsalltag (II)

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Ruhepol der Natur als Energieressource für den Berufsalltag

Dieser Beitrag war schon länger geplant, ist aber doch relativ umfangreich in der Umsetzung. Im ersten Teil hab ich das Buch Kohl, Seng, Gatti (Hrsg.): Typisch untypisch. Berufsbiografien von Asperger-Autisten. Individuelle Wege und vergleichbare Erfahrungen, 2017 umfangreich rezensiert (Link). Im zweiten Teil geht es um einen gemeinsamen Nenner bei der Beantwortung der vorformulierten Interviewfragen für die 22 interviewten Autistinnen und Autisten. Ich möchte mich dabei auf konstruktive Strategien bei Problemen im beruflichen Alltag beschränken. Welche Bewältigungsstrategien funktionieren, was führt zu einer Verschärfung der Problematik? So mancher Leser mag sich denken, hey, das kenne ich auch und ich bin nicht autistisch! Aber das ist kein Widerspruch, denn es gibt keine autistischen Alleinstehungsmerkmale. Erst die Summe bestimmter Symptome qualifiziert für die Diagnose Autismus. Manche Strategien helfen neurotypisch denkenden Menschen also genauso, andere laufen intuitiver ab als bei Autisten – sie müssen darüber nicht extra nachdenken.

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Ein Autist geht wandern

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Links Mutspitze, mittig Kesselwandferner, rechts Anstieg zu den Guslarspitzen

Eine Woche Bergwandern in den Ötztaler Alpen mit vier Dreitausendern hat gut getan. Trotz großer Gruppe, aber bekannte Gesichter, einfühlsame Guides. Die Hüttenabende sind für mich immer die größte Herausforderung. Ausgebuchte Hütten mit 80 bis 120 Leuten. Laute Gaststuben, sich räumlich zurechtfinden, checken, wie die Duschen funktionieren (Münzeinwurf), keine Privatsphäre in den Zimmern und Lagern. Manchmal war auch die eigene Gruppe laut, alle redeten durcheinander, ich konnte mich akustisch nicht mehr auf mein Gegenüber konzentrieren. In solchen Momenten stand ich einfach auf und ging nach draußen, mit der dünnen Fleecejacke bekleidet, setzte mich auf die Terrasse und schaute in die Ferne. Da war es auszuhalten. Continue reading

Countdown 24-Stunden-Wanderung (16-17.6.)

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Altausseer See mit Sandling (links) und Loser (rechts)

Es ist wieder so weit. Im vergangenen Jahr hat mich das Feuer gepackt, als ich das erste Mal bei einer 24-Stunden-Wanderung mit dabei war. Es ist nicht das, was ihr zuerst denkt, denn man geht hier nicht 24 Stunden nonstop durch, sondern die Wanderung dauert insgesamt 24 Stunden, mit mehreren, teils stündlichen Unterbrechungen mit Jausenstationen. Letztes Jahr ging ein Marathonläufer mit, der für das Verkehrsreferat von Bad Aussee zuständig ist und mit dem ich mich eine Weile unterhalten konnte. Er plante in seiner Heimat ebenfalls eine 24-Stunden-Wanderung, die nun realisiert werden konnte und vom Samstag, 16. Juni, 8.00 auf Sonntag, 17. Juni, 8.00 stattfindet. Start ist in Altaussee im Salzkammergut. Insgesamt werden 100 Teilnehmer zugelassen (ca. 60 weniger als im Vorjahr), die Strecke ist 60km lang (6km weniger) und 2000 Höhenmeter hinauf (800 hm weniger). Continue reading

Geschafft.

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2800 Höhenmeter (laut Veranstalter sogar 2900, nachgemessen habe ich aber weniger) und 66 Kilometer sind es am Ende geworden. Etwas länger und mehr Aufstieg als ursprünglich geplant, aber der durch den Regen durchnässte Untergrund erforderte eine Adaption der Strecke. Müde, aber glücklich erreichte ich nach 24 Stunden unterwegs sein in Bad Goisern das Ziel. Eine körperliche, mentale und autistische Meisterleistung. Continue reading