2. Autismus-Fachtagung in Rosenheim, 12.11.17

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Am 6. Jahrestag meiner ersten Kuhschneeberg-Besteigung fuhr ich das erste Mal auf eine Fachtagung über Autismus, die von Autismus Rosenheim e.V. veranstaltet wurde. Sie erstreckte sich über zwei Tage, am Samstag waren fünf bekannte Buchautoren mit autistischem Hintergrund zu hören (Preißmann, Schmidt, Linke, Hübner, Anouk), am Sonntag kamen die Fachleute Tebartz van Elst, Theunissen, Schilbach sowie die niedergelassene Kinder- und Jugendpsychiaterin Eva Maria Paas zu Wort. Weiterlesen

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Isoliert bleiben

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Ein schwieriger Umgang für mich. Ich weiß, es gibt viel viel mehr Autisten, die Familien gegründet haben oder erst später mit Familie von der Diagnose erfuhren. Für mich selbst ist das alles jedoch sehr weit entfernt von meiner Lebensrealität. Beziehung? Fehlanzeige. Nach über drei Jahrzehnten Lebenszeit könnte man meinen, dass da schon was vorhanden sein müsste. Jetzt bin ich in dem Alter, indem viele Weggefährten, Bekannte und Freunde, aber auch Arbeitskollegen eine Familie gründen. Das ist für mich leider oft gleichbedeutend mit dem Ende der Bekannt- oder Freundschaft. Weiterlesen

Multitasking und Telefonate

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Asperger-Autisten sind nicht dafür berühmt, mehrere Sachen gut gleichzeitig zu können. Sie bevorzugen Aufgaben schrittweise zu erledigen, also eins nach dem anderen und tun sich damit schwerer, die Aufmerksamkeit zu teilen. Doch selbst wenn es mit viel Übung und mit dem Abarbeiten eines bestimmten Musters („Routine“) gelingt, mehrere Aufgaben gleichzeitig zu erledigen, bleibt etwas unweigerlich auf der Strecke: die zwischenmenschliche Kommunikation. Das kann sich etwa so äußern, dass man im Multitasking-Prozess schroff oder gar unhöflich erscheint, etwa nicht antwortet, knapp antwortet, undiplomatisch antwortet und dabei gar noch das Gesicht verzieht. Entweder konzentriert man sich auf die Aufgabe oder mehrere Aufgaben zugleich oder auf die Kommunikation. Das Gehirn ist nur begrenzt teilungsfähig. Ich persönlich glaube ja, dass kein Mensch während Multitasking 100 % Leistung bringen kann, zumindest nicht über längere Zeit hinweg, aber wie dem auch sei, die Unhöflichkeit des Asperger-Autisten hat hier eben ihre handfesten Gründe, und ist nicht Teil eines schlechten Charakters oder einer schlechten Kinderstube. Weiterlesen

Anschluss finden ist schwierig

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Vor kurzem wurde ich gefragt, wie mir das in Innsbruck und Wien zuvor gelungen ist, wo ich je sechs Jahre gewohnt habe.  Dazu muss ich etwas weiter ausholen. Im Gegensatz zu vielen Nichtautisten habe ich keinerlei Kontakt und auch nie das Bedürfnis danach gehabt, alte Schulkollegen wiederzusehen. Man kann sich wahrscheinlich vorstellen, dass mit zwischenmenschlichen Missverständnissen und noch dazu ohne Diagnose/Erklärung ein autistisches Schulleben alles andere als einfach ist, im Grunde war es traumatisch. Ich verstand mich mit den Lehrern immer deutlich besser als mit Gleichaltrigen oder Jüngeren. Ich war ja schon immer ein Kopfmensch und maß mich nicht mit anderen Schülern. Ein gutes Lehrerverhältnis macht Schüler nicht unbedingt beliebter. Ich hatte wechselnde Freunde abseits der Schule, und ein Kumpel, mit dem ich früher oft meine Freizeit verbrachte, verlor ich aus den Augen, als ich ins Gymnasium kam und er in die Realschule ging. Die meiste Zeit verbrachte ich alleine, erst durch meine Wetterleidenschaft ergaben sich bis 2002 zaghafte Kontaktversuche mit meist älteren Leuten, über deren Wetterhobby durch die regionale Zeitung berichtet worden war. Weiterlesen

Übersetzung: Ein bisschen autistisch?

Folgende Übersetzung von Autisticmotherland bezieht sich auf eine Serie des britischen Senders 4 namens „Wie autistisch bist Du?“. Im Klappentext wird gefragt, ob „Du denkst, dass Du autistisch sein könntest.“ Daran knüpft ein Schnellkurs mit Gründen an, die Autismus nahelegen:

„Tust Du Dir schwer mit zwischenmenschlichem Kontakt, Blickkontakt aufrechterhalten oder Mimik und Gestik Deines Umfelds zu verstehen? Hast Du Schwierigkeiten, die Gefühle anderer zu verstehen und Deine eigenen zu bewältigen? Oder machen Dich grelle, laute Plätze oder Menschenmassen ängstlich?“

Das ist nicht hilfreich. Weiterlesen