Berufsbiografien von Asperger – Autisten: Die Interviewfragen (III)

bild

Folgende Fragen stammen aus …

Kohl, Seng & Gatti (2017), Typisch untypisch. Berufsbiografien von Asperger-Autisten. Individuelle Wege und vergleichbare Erfahrungen.

Wenn sich hier weitere autistische Blogger anschließen möchten, freut mich das – dann kommen mehr als die 22 Interviews aus dem Buch zusammen. Fragen, die man nicht beantworten möchte, kann man auch weglassen. Zum Schluss sollte man außerdem entscheiden, was man öffentlich machen will und was nicht.

Ich bin schon geoutet. Außerdem möchte ich mit meinen Antworten aufrütteln, mehr Bewusstsein schaffen und mitunter Aspekte ansprechen, die Nichtautisten bisher nicht bewusst waren, dass sie eine Rolle spielen können. Das verlangt Mut zur Offenheit. Nicht jeder ist aber in so einer priviligierten Lage. Wägt also bitte genau ab, was ihr preisgebt.

Continue reading

Advertisements

Stress: Dienstreise mit Autismus

13
Blick vom Flugzeug auf die Berchtesgadener Alpen (v.l.n.r.: Königssee, Watzmann, Hochkalter)

Kommende Woche steht meine erste längere Dienstreise (> 3 Tage) seit fünf Jahren bevor, wenn man von Ausbildungsreisen absieht (da war ich 2016 mal 10 Tage in Innsbruck). Dieses Mal sind die Vorzeichen etwas anders und das sorgt zugegebenermaßen für ein wenig Nervosität bei mir. Denn der Autismus begleitet mich , den kann ich nicht zuhause lassen. Continue reading

Spitalsaufenthalt

spitalsausblick
Meine Hausberge (Kapuzinerberg, Kühberg und Gaisberg) im schönsten Herbstkleid (Blick aus dem Zimmer vom Spital)

Erste OP seit 11 Jahren (kleiner Nabelbruch wurde direkt genäht mit selbstauflösenden Fäden). Über die Vorbereitung hatte ich schon berichtet. Der zweite Versuch, den Chirurgen zu treffen, hat dann funktioniert. Ich hatte das Aufklärungsgespräch in seinem Büro und das mit der Anästhesistin im Schwesternbüro. Der Eingriff dauerte nur rund zwanzig Minuten und verlief komplikationslos. Nach einer Nacht im Spital wurde ich am nächsten Morgen entlassen. Meine Mutter kam am gleichen Tag aus Deutschland und half mir im Haushalt in den letzten Tagen. Mittlerweile ist die Bewegung fast schmerzfrei und mein lästiger Husten fast weg, den ich mir kurz zuvor eingefangen habe.  In diesem Beitrag möchte ich kurz erwähnen, was gut lief und was in der Kommunikation zwischen mir (Autisten) und medizinischem Personal ausbaufähig ist.

Wichtig hervorzuheben ist mir: Pfleger, Schwestern und Ärzte waren alle freundlich. Ohne Migranten würde so ein Spital nicht funktionieren, ich möchte Euch nicht missen. Danke, dass es Euch gibt!

Continue reading

Exekutive Dysfunktion: Zu viele Termine, zu wenige Termine

2
Genügend Leerlaufzeit ist wichtig

Exekutivfunktionen beschreiben die Fähigkeit, Aufgaben zu beginnen, fortzusetzen und zu beenden. Die Exekutive Dysfunktion macht sich unter anderem dann bemerkbar, wenn es darum geht, sein Leben zu organisieren, ob in der Arbeit, im Haushalt, in der Freizeit, eingeschlossen Urlaub und Ausflüge, aber auch beim Einkaufen, beim Sichtzurechtfinden in fremden Umgebungen und in der Terminplanung. Continue reading

Schiefgelaufen

In einem Monat steht eine geplante OP an, gestern hätte die Vorbesprechung im Spital stattfinden sollen. Weil ich von Beginn an vermeiden wollte, in einer überfüllten Ambulanz warten zu müssen, um dann in fünf Minuten nicht alle Fragen unterzubringen, die mir auf dem Herzen liegen, hab ich vorab ein Gespräch unter sechs Augen mit der zuständigen Krankenhauspsychologin und dem Chirurgen geführt. Dabei wurde klargestellt, dass ich ein Zweibettzimmer einem Vierbettzimmer vorziehe, und dass ich lieber per Mail kommuniziere und mich Menschenansammlungen überlasten.
Per Mailwechsel mit dem Chirurgen war vereinbart, dass wir uns “ab 8.30 in der Ambulanz treffen und gleich danach ein Termin in der AN Ambulanz vereinbart sei.” Um diese Zeit sei die Ambulanz noch leer.

Continue reading