Gesichtererkennung

gesichter

Während der Mittagspause hab ich immer einen kurzen Fußweg zur Kantine, dabei treffe ich öfter auf Kollegen anderer Abteilungen. Manche grüßen, sobald sie die Erlaubniskarte sichtbar an der Kleidung sehen, andere grüßen, weil sie mich kennen. Nur ich brauche bei manchen Gesichtern manchmal Sekunden, bis ich überhaupt reagieren kann. Mein Gehirn verhält sich dann wie ein Prozessor, der erst einmal rödelt, um mit abgespeicherten Gesichtern zu vergleichen, bis er das passende Gesicht erkannt hat. In dieser Zeit wirke ich geistig abwesend oder gar ignorant bis verwirrt oder perplex, insbesondere, wenn mir das Gesicht von irgendwoher bekannt vorkommt, z.b., weil es der Kollege vom Nachbarzimmer ist, den ich jede Woche sehe, aber ich nicht darauf komme, woher er mir bekannt vorkommt. Continue reading

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“Verzerrtes Denken” im Job (Newsletter von Barbara Bissonnette)

Von Barbara Bissonnette, u.a. Job-Coach für Asperger-Autisten, habe ich einen E-Mail-Newsletter abonniert, in dem sie regelmäßig auf Schwierigkeiten im Job und mögliche Lösungsansätze aufmerksam macht.
Vor kurzem ging es um “verzerrtes Denken”, welches bei der Jobsuche behindert oder dabei, mit den Kollegen zurechtzukommen.  Der Begriff “Kognitive Verzerrungen” (cognitive distortions) nimmt Bezug auf Gewohnheitsmuster mit negativem Denken, was zur Missinterpretation von Personen und Situationen führt: Ein Ereignis tritt auf und man kommt zu einem negativen Schluss darüber, weshalb und verhält sich entsprechend. Das Problem besteht darin, nicht zu beachten, ob die Schlussfolgerung überhaupt einen Sinn ergibt.
In Dr. David Burns Buch Feeling Good: The New Mood Therapy (1) wurden zehn häufige Muster verzerrten Denkens identifiziert:

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Löffelräuber: Auf die Folter gespannt werden.

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Wenn ewig um den heißen Brei herumgeredet wird, wenn etwas nicht sofort erledigt werden kann, wenn vage Ansagen kommen statt konkrete Zeitpunkte – diese Situationen ziehen extra viel Energie alias Löffel (vgl. Löffel-Theorie). und erschweren adäquate Reaktionen. “Das mag keiner”, “das geht mir auch so, und ich bin kein Autist”, ja – aber als Autist kann man sich regelrecht verirren im Labyrinth aus “worst-case”-Gedankenszenarien, und man kann vor allem sich und seine Umwelt damit verrückt machen, indem man an nichts anderes mehr denkt und die Konzentrationsfähigkeit verliert. Ein paar Beispiele: Continue reading

Zugverspätungen

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Das Autofahren hatte ich gegen Ende des Gymnasiums lange vor mir hergeschoben. Alle Klassenkameraden hatten den Führerschein gemacht, bis ich diesen anging. Die Fahrstunden gestalteten sich für mich schwierig. Von Technik verstand ich gar nichts, die Koordination mit Bremse, Gas und Kupplung überforderte mich lange Zeit, dazu gleichzeitig noch die Umgebung beachten und auf die Anweisungen des Fahrlehrers achten. Eines blieb zwangsläufig auf der Strecke. In Summe absolvierte ich 30 Fahrstunden, während der Durchschnitt sonst bei 10-15 lag. Continue reading

Geschafft.

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2800 Höhenmeter (laut Veranstalter sogar 2900, nachgemessen habe ich aber weniger) und 66 Kilometer sind es am Ende geworden. Etwas länger und mehr Aufstieg als ursprünglich geplant, aber der durch den Regen durchnässte Untergrund erforderte eine Adaption der Strecke. Müde, aber glücklich erreichte ich nach 24 Stunden unterwegs sein in Bad Goisern das Ziel. Eine körperliche, mentale und autistische Meisterleistung. Continue reading