Das Jahrzehnt ist bald um

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Innsbrucker Mittelgebirge, Jänner 2010

Seit 1.1.2010 ist einiges passiert. Die Diplomarbeit stotterte zu Jahresbeginn. Ich hatte eineinhalb Jahre Zeit für Literatursuche verwendet, vor dem Programmieren drückte ich mich hartnäckig. Die berühmte Angst vor der Angst. Ich fürchtete mich vor dem Beginn, vor der Überforderung, und prokrastinierte erfolgreich. Der Literaturteil erhielt die Bestnote und kompensierte den schlechteren Programmierteil. In gewisser Weise hatte ich mich selbst in die Bredouille gebracht, ich wollte unbedingt selbst ein Thema aussuchen, denn nichts war tödlicher für meine Motivation als ein zugewiesenes Thema. Daher folge ich einem Hinweis, mir das lokale Talwindsystem am Arlberg anzusehen, das ich mit den Malojawinden im Engadin verglich. Die Arbeit hieß dann schlussendlich Reverse Valley winds in the Stanzer Valley, das Tal östlich vom Arlbergpass. Ich schrieb auf Englisch, denn ich war naiv autistisch davon überzeugt, dass die Arbeit außerhalb der Universität auf Interesse traf. Was sie sogar tat. Continue reading

Überladung: Meine Woche

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Die kleinen Freuden des Öffi-Fahrens, Rettungsanker in der Reizüberflutung

Ich wollte über etwas ganz anderes bloggen, aber mir fehlt die Lust dazu. Also berichte ich von meiner Woche. Da lief ein bisschen was aus dem Ruder, was dazu geführt hat, dass ich immer noch sehr erschöpft bin. Wo soll ich es auch hinschreiben… wenn nicht hier. Das Problem sitzt eigentlich woanders, und zwar im Jänner, wenn ich für drei Wochen auf meine erste Kur fahre. Continue reading

DSGVO: Neue Schikanen

An die niedergelassenen Ärzte in Tirol erging am 03.07.2019 seitens der Ärztekammer Tirol folgende Mitteilung:

“Die Datenschutzbehörde hat in einer Entscheidung betreffend ein Ärztezentrum in Wien ausgesprochen, dass eine Einwilligungserklärung von PatientInnen über den unverschlüsselten elektronischen Versand (Email, WhatsApp) von Gesundheitsdaten rechtsunwirksam und unzulässig ist (dies also auch dann, wenn die PatientInnen dieser Übermittlung ausdrücklich und schriftlich zugestimmt haben). Es wird daher empfohlen, Gesundheitsdaten nur verschlüsselt zu übersenden oder ein System zur sicheren Datenbereitstellung (z.b. eine dem Stand der Technik entsprechende Befundplattform) zu nutzen. Eine Übermittlung von Gesundheitsdaten mittels Brief ist jedenfalls datenschutzkonform.”

Quelle: Ärztekammer Tirol

Zu unverschlüsseltem elektronischen Versand zählt übrigens auch die SMS! Für die Verschlüsselung von Gesundheitsdaten reicht ein mit Passwort verschlüsselter Email-Anhang – so wie es manche Labore bereits anbieten. (Quelle) Continue reading

Autismus und Empathie

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Dieser Artikel von Sue Fletcher-Watson und Geoffrey Bird, erschienen am 01.November 2019, – mit freundlicher Genehmigung beider Autoren habe ich wesentliche Erkenntnisse ins Deutsche übersetzt. Es handelt sich um einen monatlichen Leitartikel im Autismus-Journal, der regelmäßig Mythen widerlegen soll. Nach Ansicht der Autoren haben irreführende Begrifflichkeiten, Studien und theoretische Grundlagen über das Thema Autismus und Empathie zu einem falschen Bild von Autisten beigetragen – insbesondere wirkt sich das Vorurteil, Autisten besäßen wenig Empathie, sehr negativ für sie aus.

Das Problem fängt schon damit an, dass es keine wissenschaftlich gültige Definition von Empathie gibt. In einem Lexikon wird sie definiert als ‘Fähigkeit, die Gefühle anderer zu verstehen und sie zu teilen”. Dazu existieren zahlreiche Synonyme wie Seelenverwandtschaft, Sympathie, Empfindsamkeit, Verständnis, Identifikation, Bewusstsein, freundschaftliche Gefühle, Gleichgesinnt sein, Nähe empfinden, usw. Empathievermögen gilt daher als menschliche Eigenschaft, die zugleich schwer greifbar und messbar ist. Continue reading

Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen

Was für ein Jahr … und es ergeben sich immer noch neue Erkenntnisse.

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Zwei Jahre intensives Bergwandern machten sich bemerkbar. Insbesondere links der deutliche Abdruck vom Sesambein.

Zu meinem Sesambeinödem hab ich heuer regelmäßig berichtet (März, April, August, September und die Chronologie.)  Erst durch die letzte Physiotherapietermine hat sich ergeben, dass die Ursache viel weiter oben zu suchen ist. Ein klassisches Henne-Ei-Problem. Am Anfang standen die Einlagen, um den betroffenen Fußbereich weichzubetten (auch wenn die Schuhmacher genau das nicht gemacht haben trotz Vorgabe durch die Orthopäden). Außerdem sollte ich mich schonen, damit das Ödem ausheilen kann. Der Arztwechsel hat im Prinzip bestätigt, dass das Ödem echt ist, aber Zweifel über die Ursache gebracht. Fakt ist, dass man anhand des MRT vom April nicht erkennen kann, ob die Zweiteilung des Sesambeins durch einen Ermüdungsbruch zustandekam oder schon seit der Geburt (“anlagebedingt”) vorliegt. Die Einschätzung der zweiten Radiologin deutete daraufhin, dass wiederholte Überlastung (Mikrotraumen) die Ursache für die Entzündung war und nicht der Bruch bzw. die Zweiteilung. Continue reading