Premium-Fehlinformationen über Autismus

Eher zufällig stieß ich auf diesen Artikel über Hans Asperger, als ich nach einer Verbindung zwischen der österreichischen Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek und Asperger suchte. Leider ist er hinter einer Paywall verborgen, die die Zeitung „Die Presse“ Premium-Artikel nennt. Erläuterung dazu:

In premium-Geschichten wie Reportagen, Analysen, Kommentaren oder Dossiers steckt besonders viel Energie, Zeit, Expertise oder Rechercheaufwand.

Der Inhalt des Artikels straft dieser mutigen Ansage leider Lügen. Er kaut lediglich die bekannten Klischees über das Asperger-Syndrom wider, die in der Story über den Benenner himself verpackt werden.  Das grundsätzliche Problem von Journalisten mit „Spektren“ wird wieder einmal sichtbar: Pars pro toto. Verallgemeinerungen, die gerade bei einer so großen individuellen Vielfalt wie im Autismus-Spektrum nicht zulässig sind.

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Zugverspätungen

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Das Autofahren hatte ich gegen Ende des Gymnasiums lange vor mir hergeschoben. Alle Klassenkameraden hatten den Führerschein gemacht, bis ich diesen anging. Die Fahrstunden gestalteten sich für mich schwierig. Von Technik verstand ich gar nichts, die Koordination mit Bremse, Gas und Kupplung überforderte mich lange Zeit, dazu gleichzeitig noch die Umgebung beachten und auf die Anweisungen des Fahrlehrers achten. Eines blieb zwangsläufig auf der Strecke. In Summe absolvierte ich 30 Fahrstunden, während der Durchschnitt sonst bei 10-15 lag. Weiterlesen

2. Autismus-Fachtagung in Rosenheim, 12.11.17

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Am 6. Jahrestag meiner ersten Kuhschneeberg-Besteigung fuhr ich das erste Mal auf eine Fachtagung über Autismus, die von Autismus Rosenheim e.V. veranstaltet wurde. Sie erstreckte sich über zwei Tage, am Samstag waren fünf bekannte Buchautoren mit autistischem Hintergrund zu hören (Preißmann, Schmidt, Linke, Hübner, Anouk), am Sonntag kamen die Fachleute Tebartz van Elst, Theunissen, Schilbach sowie die niedergelassene Kinder- und Jugendpsychiaterin Eva Maria Paas zu Wort. Weiterlesen

Isoliert bleiben

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Ein schwieriger Umgang für mich. Ich weiß, es gibt viel viel mehr Autisten, die Familien gegründet haben oder erst später mit Familie von der Diagnose erfuhren. Für mich selbst ist das alles jedoch sehr weit entfernt von meiner Lebensrealität. Beziehung? Fehlanzeige. Nach über drei Jahrzehnten Lebenszeit könnte man meinen, dass da schon was vorhanden sein müsste. Jetzt bin ich in dem Alter, indem viele Weggefährten, Bekannte und Freunde, aber auch Arbeitskollegen eine Familie gründen. Das ist für mich leider oft gleichbedeutend mit dem Ende der Bekannt- oder Freundschaft. Weiterlesen