momentan …

gruent
Die Fotografie, das Wandern und die Entspannungsroutinen, die mit allem zusammenhängen, gehen mir gerade völlig ab.

… merk ich, wie viel im Arsch ist, wenn ich mein wichtigstes Spezialinteresse Wandern nicht ausführen kann …

Normalerweise verbringe ich die Zeit am PC, um entweder Bilder zu sortieren, Wanderberichte zu schreiben oder sitze oft stundenlang da, um neue Touren zu recherchieren. Das ist jetzt alles weggefallen. Das hab ich aber immer gebraucht, um zu entspannen, um runterzukommen, und auch als Vorfreude. Bis ich einen Plan dann tatsächlich umsetze, kostet es doch immer wieder Überwindung, speziell alleine.

Normalerweise hab ich das mit der Ernährung auch einigermaßen im Griff, weil ich die Völlereianfälle sonst nur zulasse, wenn ich davor/danach gewandert bin, also wieder die Kohlenhydriatorgien verbrannt habe. Momentan ist der Hunger gleich, aber es wird viel zu wenig verbrannt. Mit der Gewichtszunahme kommen die Bauchschmerzen um den operierten Nabelbruch zurück, die Gefahr eines Rezidivs ist mit Übergewicht ohnehin erhöht.

Normalerweise habe ich auch meine Einschlafprobleme vor Frühdiensten ganz gut im Griff, indem ich mich durch die langen Wanderungen auspowere. Das fällt derzeit völlig weg. Ich bin zwar auch erschöpft, aber eher durch chronische Müdigkeit und die Stresssituation insgesamt. Das ist nicht die “angenehme” Erschöpfung, wenn der Körper müde durch die Anstrengung ist.

Selbst meine minimalen Ziele sind momentan nicht durchführbar, weil die Schmerzen die letzten Tage wieder zugenommen haben. In dieser Situation ist entsprechend schwer, über mögliche Urlaubsziele im Spätsommer und Herbst nachzudenken. Ich habe zwar Urlaub Anfang Oktober nun fix gebucht (Wanderwoche in Nordgriechenland), aber ganz wohl bei dem Gedanken war mir nicht, weil ich nicht weiß, wie lange das jetzt dauern wird und ab wann ich überhaupt wieder anfangen kann. Aber ganz ohne Urlaub ist auch alles utopisch. Neurotypische Menschen würden jetzt alleine ans Meer fahren/fliegen, aber das ist nichts für mich. Die Organisation würde mich überfordern. Also streiche ich derzeit nur Urlaub weg, ohne Ersatz, und irgendwie auch ohne Motivation, ohne Freude in Aussicht für die nächsten Wochen. Ein gerade unlösbares Dilemma.

So eine Situation hatte ich die letzten 9 Jahre noch nie. Ich weiß einfach nicht, wie ich damit umgehen soll.

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Entschleunigungsprogramm

Für Fußmarode und Fotografie-Begeisterte …
Museen und Tiergärten: 
  • Haus des Meeres
  • Tiergarten Schönbrunn
  • Römermuseum am Hohen Markt
  • Schloß Neugebäude (73A ab Simmering U3)
Friedhöfe und Parks:
  • Praterauen (Endstation 1, U2 bis Stadlau, S80 bis Praterkai)
  • Zentralfriedhof (71)
  • St. Marx (Litfaßstr., 71)
  • Wienerberg (Endstation 1)
Historisch bedeutsame Städte und Orte
  • Znaim (Umsteigen Praterstern)
  • Eggenburg (stdl. ab Franz-Josef-Bahnhof, 1h Fahrtzeit)
  • Zwettl (7.05-9.08, 8.05-10.35, Umsteigen Krems, mit Bus 1420 weiter nach Gmünd, von dort mit Zug zurück – Zugausflug)
  • Petronell-Carnuntum
Historisch bedeutsame Kirchen:
  • Lanzendorf
  • Hennersdorf (S60), Ebreichsdorf etc.
Leichte Wanderungen
  • Horn – Taffatal bis Rosenburg
  • Naturpark Föhrenhain
  • Maria Ellend – Regelbrunn/Wildungsmauer (nur, wenn Pegelstand/Donau > 300cm in Wildungsmauer)

Mit dem Fahrrad:

  • Praterauen
  • Lobau
  • Kamptal (Rosenburg – Krems)

Botanisch interessant:

  • Bisamberg (Stammersdorf, Strebersdorf)
  • Hundsheimer Berge
  • Ulrichskirchen (S2, ’27 ab Praterstern) – Riedenthal-Wartberg (botanisch bedeutsam) – Wolkersdorf
  • Lobau (U2-Donaustadtbrücke, 92B bis Lobgrundstraße)

weitere Ideen folgen …

Wie geht’s weiter …?

4
Uralte Eichen am Johannser Kogel im Lainzer Tiergarten, Wien

Nach dem Marathon der letzten Wochen kommen jetzt ruhigere Zeiten auf mich zu: Ich habe ein paar Tage frei zwischen den Diensten und kann mich besser erholen. Übermorgen bin ich beim Orthopäden und erfahre dann hoffentlich positive Neuigkeiten. Seit dem MRT-Befund vor 9 Tagen hab ich bis auf einen 9,4km langen Spaziergang vorgestern im Lainzer Tiergarten (mit häufigem Stehenbleiben) keine Wanderung mehr gemacht. Zugegebenermaßen macht mich das allmählich unrund. Ich war es vorher gewöhnt, mindestens alle 5-7 Tage eine Wanderung zu machen. Beim Wandern kann ich am besten Stress abbauen und Dinge durchdenken. Das war die letzten Wochen überhaupt nicht möglich. Immerhin habe ich seit einigen Tagen keine akuten Schmerzen mehr, auch nicht nach längerem Gehen. Ich werte das als gutes Zeichen. Übertreiben darf ich aber nicht sofort wieder, sondern muss jetzt vor allem abwarten, ob ich Einlagen bekomme und dann wieder Sport treiben darf. Continue reading

warum…

…hab ich immer so ein sagenhaftes Pech mit Wohnungen …

Erstes Zimmer in Innsbruck, gestörte Vermieter, spionierten ständig hinterher, Mails und Anrufe wegen drei Fusseln vor der Waschmaschine. Dusche damals im Keller, Klo am Gang. Meldeten dann Eigenbedarf an, war aber nur die Frau, der Mann musste sich beugen.

Erste Garconniere in Innsbruck, Wände aus Papier. Nebenan jemand, der ständig ins Telefon brüllte, gegenüber ein Kindergarten, schräg gegenüber ein Studetenheim, wo jeden Sommer die Amerikaner sich bis zur Besinnungslosigkeit betranken. Außerdem Schlägereien direkt vor meinem Fenster. Wasserrrohre völlig korrodiert, Klos mehrfach verstopft.

WG in Wien. Keine gute Kombination aus Freund des Vermieters zugleich Chef der Firma. Hatte ein 12 qm Zimmer, der WG-Kollege breitete sich in der restlichen Wohnung aus, kein gemeinsam, sondern ich eher ein lästiges Anhängsel. Wohnung kostete 800, hat von mir 350 verlangt, obwohl ich gerade mal ein Fünftel der Wohnung nutzen konnte.

Wohnung in Ottakring. Wände wieder aus Papier. Betrunkener Arbeiter, ständig sehr laut, direkt unter mir. Schlafzimmer straßenseitig, immer die Nachtschwärmer zwischen Ottakringer und Thaliastraße. Starker Verkehrslärm. Polizei war damals mehrfach im Haus wegen dem Betrunkenen, der auch mal nachts um halb zwei am geöffneten Küchenfenster saß, kochte, rauchte und sich dabei laut unterhielt. An Fenster öffnen im Sommer war oft nicht zu denken, zumindest hatte ich Klimaanlage.

Wohnung in Salzburg, eh schon wissen, handwerkender Pensionist zwei Jahre durch, vom Vermieter und Makler übers Ohr gehauen.

Wohnung in Wien. Im November besichtigt, einen Tag vor meiner Nabelbruch-OP. Das war wohl der Fehler. Zu wenig Bedenkzeit, OP-bedingt keine Möglichkeit, später nochmal zu besichtigen. Vormieter sagten, es sei ruhig, man höre höchstens die Nachbarn am Balkon und über den Lüftungsschacht im Bad/WC. Was sie leider nicht sagten, war, dass man den Trittschall extrem hört. Ich hatte mir extra eine lange Liste geschrieben, worauf ich achten muss beim Einzug. Laminatböden-Dämmung und auf die Wohnung unter mir achten waren nicht dabei.

Bis auf die Garconniere in Innsbruck ist allen Wohnungsbezügen gemein, dass ich nie weitere Wohnungen anschaute, oft zeitbedingt, manchmal entfernungsbedingt und, schon lange, bevor ich die Diagnose hatte, waren Besichtigungen für mich enorm anstrengend.

Gut, in Wien sah ich mir damals vor dem Umzug nach Ottakring eine Wohnung in Neubau an, Massenbesichtigung. Gleich mal den ersten Fehler gemacht, weil ich meine Schuhe nicht sofort auszug. Belehrung von der Vermieterin wie von einer strengen Internatslehrerin. Und dann kamen zur angegebenen, eh schon überteuerten Miete, noch 80 Euro Strom extra dazu. Einer sagte sofort, er nimmt sie, mir war sie viel zu teuer.

Besichtigungen alleine sind too much information. Ich kann nicht gleichzeitig Makler/Vermieter/Vormietern zuhören, akustische Informationen aufnehmen/gewichten und auf alle Details in der Wohnung achten. Soviel Zeit bleibt oft auch gar nicht. Bei Massenbesichtigungen ist das Gefühl wie bei Bewerbung im Job, wo man einen besten Eindruck hinterlassen muss. Ich fühle mich eh schon unwohl, wenn ich bewertet werde, wie ich mich gebe, aber ich trete dann auch besonders gerne in Fettnäpfchen, wie etwa Schuhe nicht ausziehen, weil ich völlig überreizt bin in so einem Moment.

Mich ärgert gerade sehr vieles… Die Nabelbruch-OP bewusst im November, damit ich im Frühjahr wieder wandern/bouldern kann. Beides kann ich jetzt so, wie ich es die letzten 8 Jahre betrieben habe, die nächsten Monate vergessen. Ich hab ab dem Zeitpunkt, wo ich die Wohnung zusagte (4.11.) naturgemäß nicht mehr gesucht. Es sind jetzt Monate vergangen, wo ich meinen ursprünglichen Plan, einen Makler beauftragen, der für mich sucht, sehr wohl hätte umsetzen können. Mitte Februar und März hab ich bei den Erledigungen in der Wohnung und Dienstreisen in Wien das Hotel der Übernachtung in einer komplett leeren Wohnung vorgezogen. Ziemlich sicher wäre mir damals schon der starke Trittschall von unten aufgefallen. Ob mir diese Erkenntnis etwas genützt hätte, wäre eine andere Frage gewesen.

Jetzt hab ich den für mich persönlichen Tiefpunkt erreicht. Ich kann den Stress nicht wegbouldern oder meine langen Märsche machen, die oft dafür sorgen, dass ich wieder einen klaren Kopf bekomme. Beim Wandern kann ich am besten denken und neue Ideen entwickeln und Rückschläge auch am besten verarbeiten. Das geht gerade nicht.

Oberste Priorität für eine gelungene Rückkehr nach Wien hatte die RUHIGE Wohnung als Rückzugsort. Ich kann meine erhöhte Reizempfindlichkeit durch Asperger nicht ausblenden, darauf muss ich Rücksicht nehmen, dazu muss die Wohnung passen, auch wenn ich dafür ein Drittel mehr zahlen muss als nichtautistische Menschen. Ich hatte schon in Salzburg gemerkt, dass mich die 12-Stunden-Dienste mehr anstrengten und ich häufiger daheim blieb und nichts machte, um mich zu erholen. Ich wusste von Beginn an, dass es in Wien eher noch fordernder sein würde und der Rückzugsort Wohnung noch wichtiger. Jetzt kann ich wieder von vorne anfangen. Kann die erst abgeschlossenen Verträge wieder kündigen, muss schauen, dass ich meine neuen Möbel auch in die nächste Wohnung mitziehen kann samt Teppichen. Und die Wohnung muss passen, kein weiterer Fehltritt wird verziehen. Meine Gesundheit wirds nicht verzeihen.

Und es ist frustrierend, weil der Job passt (hier lesen auch Kollegen mit, aber deswegen höre ich nicht auf über das Leben mit Autismus zu schreiben). Mir taugt die neue Arbeit, die Kollegen sind alle hilfsbereit und ich komme gut zurecht. Mir taugt auch sehr, dass ich nicht alleine im Dienst bin. Das waren ja von Beginn an Bedenken, ich wäre nicht teamfähig wegen Asperger. Aber es ist das Gegenteil der Fall. Ich schätze den Input von Kollegen sehr. Der Austausch ist wichtig. Ich hab auch viele Gesundheitsangebote vor Ort, die ich in Salzburg nicht hatte. Massagen, Sehtest, Vorsorgeuntersuchungen, ein großes Gesundheitszentrum nebenan mit kurzen Wartezeiten. Es passt und es frustriert, weil die restlichen Umstände gerade nicht passen. Und ich es wieder nicht geschafft habe, beim wichtigsten Faktor Wohnen die richtige Entscheidung zu treffen. Ich bin jetzt in Wien angekommen, lebe aber den Alltag wieder aus dem Koffer. Ich kann die Wohnung nicht weiter einrichten und nicht zur Ruhe kommen. Alle freien Tage in den nächsten Wochen sind verplant. Letzte Nacht hab ich wenigstens mal acht Stunden geschlafen, daher kann ich jetzt diesen Blogtext verfassen und dabei einigermaßen gefasst klingen.

aktueller stand

ich komme derzeit einfach nicht zum bloggen.

** die Bosekopfhörer konnte ich gestern endlich abholen, erster Eindruck ist mal positiv

** ob die Nachbarn gestern leiser waren als vorgestern kann ich nicht beurteilen, weil ich am Abend unterwegs war

** heute MRT/Röntgen vom Fuß, dann entscheidet sich weiter, wie es mit der Einlagenversorgung aussieht. Ich brauch jedenfalls mehr als nur die (blaue) Sportsohleneinlage, weil die für die flachen Alltagsschuhe ungeeignet ist.

** neuer Arbeitsplatz macht Spaß, ich versuche, mehr Struktur hineinzubringen, Checklisten zu benutzen, so wie ich es früher auch immer gemacht habe. Von der Lautstärke her ist es weit weniger schlimm als erwartet, aber das Wetter war bisher auch sehr ruhig. Ein besseres Headset, was die Ohren komplett umschließt (so wie es Piloten benutzen), werd ich noch anfordern. Am schwierigsten sind Situationen, wenn ich telefonieren muss und nebenan brüllt einer ins Telefon. Fachlich komm ich aber klar, da hab ich kaum Bedenken.

Update, 18.04., eher nicht so rosig der MRT-Befund. Deutliches Knochenmarködem unter dem Sesambein… so oder so lange Sportpause, ich hoffe nur, dass ich nicht komplett ruhigstellen muss. Aber mein lang geplanter Slowakei-Urlaub Mitte Juni ist gefährdet, und überhaupt, nach Ostern hab ich endlich wieder mehrere Tage in Folge frei, und weiß mit dieser Zeit jetzt überhaupt nichts anzufangen. Mir wird sicher vorgeschlagen, auf Schwimmen umzusteigen, aber das hab ich leider verlernt und war noch nie meines, alleine schon gar nicht. Radfahren weiß ich nicht, ob sinnvoll ist, beim in die Pedale treten … kann sämtliche Wanderplane bis zum Sommer in die Tonne treten.

Die Folgewirkungen sind das Problem. Weniger Sport heißt mehr Rückenbeschwerden, heißt unausgeglichen, dass ich Stress nicht abreagieren kann, wie die Geräusche in der Wohnung oder stressige Dienste. Und die Bewegung brauch ich langfristig wegen meiner Osteopenie, dem Nierensteinrisiko, etc… das ist meine Lebensversicherung, gerade mit dem Schichtdienst. Leider hab ich ausgerechnet die nächsten Tage sehr wenig Freizeit, um das alles zu verdauen und zu akzeptieren, dass das Jahr 2019 für die Fische ist.

*Update, 18.4., ich übernachte ab sofort auswärts.

Update, 19.4., hatte wenigstens fünf Stunden Schlaf bei einer Bekannten, die mir spontan einen Platz angeboten hat. So eine Situation hatte ich in 35 Jahren noch nie, dass ich nur 2 Wochen nach dem Umzug nicht in der eigenen Wohnung schlafen kann. Würde am liebsten sofort ausziehen, leider völlig utopisch, zeitlich, von den Kräften her, von der Gesundheit, organisatorisch.