Wie wichtig sind Routinen?

Mich heilt nur die Natur

Das ist die veränderte Version des geschützten vorherigen Beitrags. Auch beim Schreiben entstehen bisweilen neue Ideen und Perspektiven.

Die übliche Reaktion auf die Kundmachung depressiver Verstimmungen ist die Empfehlung, “unter die Leute zu gehen!” bzw. “rauszugehen.” Dabei erleben viele Autisten meist eine Gratwanderung zwischen dem Wunsch nach mehr Sozialkontakten und der gleichzeitigen Erschöpfung nach sozialen Aktivitäten. Diese sind selten den autistischen Bedürfnissen angepasst. Die Anfahrt kann bereits energieraubend sein, das Lokal hellhörig und laut, Stimmengewirr, klapperndes Geschirr, Verkehrslärm, Zigarettenrauch. Auch größere Gruppen sind anstrengend, wenn man mehrere Gespräche gleichzeitig hört. Für viele Autisten ist das eigene Zimmer oder die eigene Wohnung ein heiliges Refugium, ein wichtiger Rückzugsort, nach den eigenen Bedürfnissen eingerichtet. Abgeschirmt (bestenfalls) von Umgebungslärm, das Gegenteil von Menschenmassen in der Stadt und überfüllten Öffis. Continue reading

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Entschleunigung – Teil 2

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Blick vom Krummbachstein ins Höllental, Gahns

Nachdem das im Juli mit der Wiederaufnahme von Bergtouren nicht geklappt hat … (maßgebliche Gründe: Radfahren war kontraproduktiv, weil dabei die Fußballen stärker belastet werden als beim normalen Gehen, und die Einlagen wurden nicht korrekt angefertigt, es fehlte die Aussparung der linken Sesambeinchen, stattdessen wurde der gesamte Vorderfuß weichgebettet, was kontraproduktiv ist) muss ich erneut von vorne anfangen. Inzwischen zehrt es schon sehr an Körper und Psyche. In kurzer Zeit zu viel verloren, an Freunde treffen, an regelmäßigen Bekanntentreffen, die gemeinsamen Touren mit dem Alpenverein. Meinen Griechenlandurlaub im Oktober hab ich inzwischen abgesagt, die Stornierung wird eher teuer, die Flüge waren schon gebucht. Bleiben noch zwei halbherzige Wanderurlaube. Neue Pläne hab ich momentan gar keine für längere (und damit erholsame) Urlaube.

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Verunsicherung

1klein
Die Natur vermisse ich am meisten.

Es ist alles nur noch urmühsam. Ärzte, die einen nicht richtig anschauen, weil sie sagen, man sei zu jung für ein Leiden, dabei ist man genetisch vorbelastet, was er weiß, und muss Medikamente nehmen, die genau jene Beschwerden hervorrufen, die “Ältere” haben. Ärzte, die die Verantwortung abschieben. Nein, die Ärztin, die mir die Hormonspritze gibt, sei nicht zuständig dafür, wenn ich gravierende Nebenwirkungen habe, ich solle zum praktischen Arzt. Der praktische Arzt schaut mich nicht an. Bei mir entwickelt sich langsam eine richtige Ärztephobie. Und ich bin vorher schon sehr wenig hingegangen. Der zweite (Wahlarzt-)Orthopäde hielt sich zurück mit Empfehlungen, die Empfehlung mehr Rad zu fahren, erwies sich als kontraproduktiv mit den falschen Schuhen. Warum hat er nicht gesagt, worauf ich achten muss? Warum haben die Schuhmacher, wenn sie schon die Abdrücke kontrollieren, nichts gesagt, dass die Einlagen kontraproduktiv waren? Der Orthopäde sprach noch von einer Aussparung, die dann nicht vorhanden war. Wie als Laie soll ich das feststellen? Ich hab vorher noch nie eine Einlage gesehen und gehe normalerweise davon aus, dass ein orthopädischer Schuhmacher sein Handwerk versteht. Continue reading

momentan …

gruent
Die Fotografie, das Wandern und die Entspannungsroutinen, die mit allem zusammenhängen, gehen mir gerade völlig ab.

… merk ich, wie viel im Arsch ist, wenn ich mein wichtigstes Spezialinteresse Wandern nicht ausführen kann …

Normalerweise verbringe ich die Zeit am PC, um entweder Bilder zu sortieren, Wanderberichte zu schreiben oder sitze oft stundenlang da, um neue Touren zu recherchieren. Das ist jetzt alles weggefallen. Das hab ich aber immer gebraucht, um zu entspannen, um runterzukommen, und auch als Vorfreude. Bis ich einen Plan dann tatsächlich umsetze, kostet es doch immer wieder Überwindung, speziell alleine.

Normalerweise hab ich das mit der Ernährung auch einigermaßen im Griff, weil ich die Völlereianfälle sonst nur zulasse, wenn ich davor/danach gewandert bin, also wieder die Kohlenhydriatorgien verbrannt habe. Momentan ist der Hunger gleich, aber es wird viel zu wenig verbrannt. Mit der Gewichtszunahme kommen die Bauchschmerzen um den operierten Nabelbruch zurück, die Gefahr eines Rezidivs ist mit Übergewicht ohnehin erhöht.

Normalerweise habe ich auch meine Einschlafprobleme vor Frühdiensten ganz gut im Griff, indem ich mich durch die langen Wanderungen auspowere. Das fällt derzeit völlig weg. Ich bin zwar auch erschöpft, aber eher durch chronische Müdigkeit und die Stresssituation insgesamt. Das ist nicht die “angenehme” Erschöpfung, wenn der Körper müde durch die Anstrengung ist.

Selbst meine minimalen Ziele sind momentan nicht durchführbar, weil die Schmerzen die letzten Tage wieder zugenommen haben. In dieser Situation ist entsprechend schwer, über mögliche Urlaubsziele im Spätsommer und Herbst nachzudenken. Ich habe zwar Urlaub Anfang Oktober nun fix gebucht (Wanderwoche in Nordgriechenland), aber ganz wohl bei dem Gedanken war mir nicht, weil ich nicht weiß, wie lange das jetzt dauern wird und ab wann ich überhaupt wieder anfangen kann. Aber ganz ohne Urlaub ist auch alles utopisch. Neurotypische Menschen würden jetzt alleine ans Meer fahren/fliegen, aber das ist nichts für mich. Die Organisation würde mich überfordern. Also streiche ich derzeit nur Urlaub weg, ohne Ersatz, und irgendwie auch ohne Motivation, ohne Freude in Aussicht für die nächsten Wochen. Ein gerade unlösbares Dilemma.

So eine Situation hatte ich die letzten 9 Jahre noch nie. Ich weiß einfach nicht, wie ich damit umgehen soll.

Entschleunigungsprogramm

Für Fußmarode und Fotografie-Begeisterte …
Museen und Tiergärten: 
  • Römermuseum am Hohen Markt
Friedhöfe und Parks:
  • Praterauen (Endstation 1, U2 bis Stadlau, S80 bis Praterkai)
  • Zentralfriedhof (71)
  • St. Marx (Litfaßstr., 71)
  • Wienerberg (Endstation 1)
Historisch bedeutsame Städte und Orte
  • Znaim (Umsteigen Praterstern, Rad)
  • Zwettl (7.05-9.08, 8.05-10.35, Umsteigen Krems, mit Bus 1420 weiter nach Gmünd, von dort mit Zug zurück – Zugausflug)
  • Petronell-Carnuntum
Historisch bedeutsame Kirchen:
  • Lanzendorf
  • Hennersdorf (S60), Ebreichsdorf etc.
Leichte Wanderungen
  • Naturpark Föhrenhain
  • Maria Ellend – Regelbrunn/Wildungsmauer (nur, wenn Pegelstand/Donau > 300cm in Wildungsmauer)

Mit dem Fahrrad:

  • Praterauen
  • Lobau
  • Kamptal (Rosenburg – Krems)

Botanisch interessant:

  • Bisamberg (Stammersdorf, Strebersdorf)
  • Hundsheimer Berge
  • Ulrichskirchen (S2, ’27 ab Praterstern) – Riedenthal-Wartberg (botanisch bedeutsam) – Wolkersdorf
  • Lobau (U2-Donaustadtbrücke, 92B bis Lobgrundstraße)

weitere Ideen folgen …