Von Neuanfängen und vorhandenen Strukturen

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Regenbogen über dem Norden von Innsbruck, Herbst 2009

Die sinngemäße Frage an mich heute war, warum es mir so schwer fällt, Anschluss in Salzburg zu finden, immerhin kam ich auch neu nach Innsbruck und Wien, und selbst bestehende Kontakte müssen irgendwann erst einmal geknüpft worden sein. Ich möchte kurz einmal zurückschauen, wie das mit dem Kontakte knüpfen bei mir in den letzten Jahren mit vielen Übersiedlungen funktioniert hat : Continue reading

Zugverspätungen

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Das Autofahren hatte ich gegen Ende des Gymnasiums lange vor mir hergeschoben. Alle Klassenkameraden hatten den Führerschein gemacht, bis ich diesen anging. Die Fahrstunden gestalteten sich für mich schwierig. Von Technik verstand ich gar nichts, die Koordination mit Bremse, Gas und Kupplung überforderte mich lange Zeit, dazu gleichzeitig noch die Umgebung beachten und auf die Anweisungen des Fahrlehrers achten. Eines blieb zwangsläufig auf der Strecke. In Summe absolvierte ich 30 Fahrstunden, während der Durchschnitt sonst bei 10-15 lag. Continue reading

Mündlich versus schriftlich

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Der erste Prüfungstag ist überstanden und bestanden. Die drei schriftlichen Prüfungen hab ich alle vor der Zeit beendet. Für zwei davon hab ich nicht einmal die Hälfte der Zeit benötigt. Das Ergebnis war sehr zufriedenstellend. Sogar das Fach, vor dem ich mich fürchtete, hab ich gemeistert. Continue reading

Autistische Herausforderungen

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Lass mich noch schnell das Getränk notieren für die Wirtin, damit sie weiß, was ich konsumiert habe. Pinot noir? Wie schreibt man das? Ich schreib einfach Pino nwa, dann weiß sie es schon.

P-i-n-ot-

Ich weiß eh!

So ähnlich laufen Dialoge immer wieder ab. Jemand macht einen Scherz, ich verstehe ihn wörtlich und glaube, jemand weiß tatsächlich nicht, wie etwas geschrieben wird, versuche im Sinne der Richtigkeit zu korrigieren und stelle erst dann fest, dass es eben ein Scherz war. Dabei liebe ich Ironie und setze sie selbst gerne ein, doch bei anderen überhöre ich entweder den Tonfall oder übersehe Kon- oder Subtext. Manche der folgenden Situationen ereigneten sich lange vor der Diagnose, als ich nichts von meinem Anderssein wusste. Sie sind unauslöschbar in meinem Gehirn eingebrannt – vielleicht gelingt es mir, sie besser zu verarbeiten, wenn ich die Ursachen für sonderbares Verhalten analysiere.

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Job-Tipps für Autisten von Barbara Bissonnette

Den Autismus-Job-Coach hab ich bereits früher erwähnt. In ihrem Newsletter werden immer wieder Situationen im Jobkontext besprochen, die zu Spannungen zwischen autistischem Mitarbeiter und Arbeitsumfeld führen können. Beziehen kann man den Newsletter hier.

Wie kann man mit Änderungen am Arbeitsplatz umgehen?

Suche nach Gemeinsamkeiten zwischen der aktuellen und vergangenen Situation. Welches Wissen, welche Fähigkeiten und Erfahrungen kannst Du auf die neue Situation oder Deinen neuen Arbeitgeber übertragen? Was kannst Du tun, um Dich auf die neuen Umstände einzustellen?

Frage nach, wenn Du Dir unsicher bist, was Du anders machen sollst.

Halte davon Abstand, missbilligende Kommentare über Deinen derzeitigen oder früheren Vorgesetzten bzw. Deine Kollegen zu machen. Die Leute könnten sich fragen, warum Du nicht mit den anderen klarkommst.

Falls Du einen neuen Vorgesetzten bekommst, widersetze Dich nicht, wenn Du darum gebeten wirst, einen Aspekt Deines Jobs anders zu handhaben oder neue Verantwortungen zu übernehmen. Sieh das als Chance, etwas neues zu lernen, das Deinen Job einfacher, interessanter und sicherer machen könnte.

Sprich nicht darüber, welche Gewohnheiten Du hattest oder warum der alte Weg besser war. Es lässt sich unflexibel gegenüber Änderungen erscheinen.

Der Unterschied zwischen arbeitsbezogenen und sozialen Fehlern

Arbeitsbezogene (technische) Fehler kommen gelegentlich vor, soziale Fehler wie aufrührerisches Verhalten, schlechte Laune, etc. bringen jedoch Unruhe in das gesamte Team und verringern die Produktivität.

Der Vorgesetzte erwartet, dass man Fragen stellt, wenn man eine Aufgabe nicht verstanden hat. Wenn man jedoch die Aufgabe selbst in Frage stellt oder sagt, dass das Prozedere keinen Sinn ergibt, impliziert das, dass andere ihren Job nicht sorgfältig erledigen. Ein guter Team Player akzeptiert die Richtung. Es könnte sehr vernünftige Gründe geben, weshalb Aufgaben auf diese Art erledigen werden. Wenn man weiterhin die Anweisungen und Methoden in Frage stellt, frustriert man die Leute und deren Lust auf eine Zusammenarbeit schwindet.

Viele autistische Mitarbeiter sind sich nicht bewusst, dass Fehler betreffend die zwischenmenschliche Kommunikation genauso zum Jobverlust führen können wie arbeitsbezogene Fehler. Deshalb sollte man jedes Feedback über ungewünschtes Verhalten ernstnehmen. Es ist durchaus möglich, Beziehungen zu verbessern und die Art und Weise zu ändern, wie man wahrgenommen wird. Doch müssen die Änderungen konsistent sein.

 

Das Rad neu erfinden

Diese Redewendung bedeutet: einen beträchtlichen Zeitaufwand dafür verwenden, etwas zu erfinden, was bereits existiert oder unnötige oder redundante Vorbereitungen treffen. Ebenso kann man sich darin verlieren, Details zu perfektionieren, die für die Aufgabe nicht relevant sind. Jobsuchende erfinden das Rad neu, wenn sie einen Lebenslauf von Null beginnen statt sich Beispiele anzusehen, wohin man den Fokus legen sollte.

Das Rad neu erfinden ist nicht dasselbe wie eine echte Verbesserung oder Neuerung zu machen. Arbeitgeber schätzen Ideen, die die Produktivität erhöhen, solange sie mit den Zielen und Prioritäten des Unternehmens übereinstimmen. Bevor man eine Änderung vorschlägt, sollte man überlegen, wo sie gebraucht wird. Was sind die Vorteile für Dich und/oder andere innerhalb der Organisation? Spart es Zeit oder Geld? Kannst Du spezifische Vorteile identifizieren oder dreht sich die Idee lediglich um Deine persönlichen Vorlieben?

Denke auch darüber nach, welchen Aufwand es kostet, die Idee in den Betrieb einzufügen. Ist der Vorteil groß genug, um benötigte Zeit, Geld und Aufwand zu rechtfertigen? Muss das Unternehmen Kollegen extra trainieren oder neues Equipment anfordern?
Letzter Punkt: Arbeite nicht in einem Vakuum. Stelle Fragen und teile die Ideen mit anderen von Beginn an und es können sich wichtige Informationen ergeben, die Deine Ideen bekräftigen oder in Zweifel bringen.