Nach dem “Urlaub”

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Eine Woche am Kärntner Weißensee, “Deutschlands Süden”, wie es mein Kollege scherzhaft nannte, aber es stimmt. Zu 90% deutsche Urlauber, ein wenig Gardaseefeeling. Ich fühlte mich wie ein Neutrum, kannte mich geographisch gut aus, verstand den Dialekt der Einheimischen, feierte meinen 15. Jahrestag in Österreich am vergangenen Samstag, und doch werde ich vom Dialekt her als Deutscher sofort identifiziert. Auf der Rückfahrt im 4er Abteil fragte mich der Kärntner direkt “Woher aus Deutschland kommen Sie?” Das war Premiere, erstmals und endlich eine konkrete Frage und nicht das rhetorische “Kommen Sie aus Deutschland?” (siehe Eva Steffen. Wir sind gekommen, um zu bleiben.) Das hab ich entsprechend gerne beantwortet, zumal der Fragesteller ein Bahnfreak war und wir uns gut drei Stunden über Züge und Bahnstrecken unterhalten haben (nachdem mein reservierter Zug ausfiel und durch eine Ersatzgarnitur ohne Speisewagen und geringem Getränke/Speiseangebot ersetzt wurde). Continue reading

Wie geht Urlaub?

 

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Venedig

Unmittelbar nach der frohen Botschaft, im kommenden Jahr wieder in Wien arbeiten und leben zu dürfen, begann mein insgesamt neuntägiger Urlaub. Über so einen langen Zeitraum habe ich seit Beginn meiner beruflichen Laufbahn nur selten Urlaub genommen. Auslandsreisen mache ich alleine gar nicht, für längere Hüttentouren kam in mir zu sehr der Meteorologe zum Vorschein – leider manchmal, denn mit dem Wissen, wie gewittrig die Sommermonate sein können und wie gefährlich entsprechend alpine Unternehmungen, kann ich nicht ein halbes Jahr im Voraus Urlaub planen. Dieses Jahr werde ich mit diesem kategorischen Nein erstmals brechen, wenn ich im Juli eine Woche durch die Ötztaler Alpen wandere und Ende September eine Woche durch die Hohe Tatra (jeweils geführte Touren).  Nervenkitzel alleine durch das Wetter – das versuche ich zu meiden. Ich bin vielleicht kein expliziter Schönwetterwanderer, wohl aber dann, wenn die Touren anspruchsvoll werden. Continue reading