Nervenaufreibend bis zuletzt

Flache Nebelschwaden im Süden von SalzburgDie letzten Wochen waren sehr anstrengend für mich, weil ich aus meinen gewohnten Routinen gerissen wurde. Es kamen gleich mehrere Baustellen zusammen und das hat dazu geführt, dass ich phasenweise die Fassung verloren habe und im mildesten Fall auf Twitter mit niveauarmen Schimpfwörtern um mich geschmissen habe. Der korrekte autistische Fachbegriff dafür lautet “Meltdown”. Erst elf Tage Dienstreise (Einschulung am neuen Arbeitsplatz in Wien), dann eine Woche Übersiedlung und diese Woche erneut Dienstreise (zum alten Arbeitsplatz, weil wegen Unterbesetzung meine Dienste nochmal benötigt werden). Meine üblichen Entspannungsroutinen – wandern, Film schauen, fotografieren, schreiben/bloggen – konnte ich in der ganzen Zeit kaum umsetzen. Continue reading

Wiederholte Entfremdungen

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Meine Strategie, die regelmäßigen Übersiedlungen in andere Städte zu überstehen, ist so simpel wie in gewisser Weise vorbildlich autistisch: Ich nehme eine “schwarz-weiß”-Perspektive ein und verteufle meinen aktuellen Wohnort und hebe den künftigen in den Himmel. So fielen mir die Abschiede in der Vergangenheit leichter. Jetzt steht erstmals in meinem Leben eine Rückkehr an, sonst zog ich wie die Heuschrecken von einem Ort zum nächsten, auf der Suche nach einem Platz zum Sesshaft werden. Ob sich der alte neue Wohnort als derjenige erweisen wird, wo ich bleiben möchte, hängt leider nicht mehr alleine von meinem Willen ab, sondern welche gesetzlichen Schikanen sich die amtierende rechtsradikale Regierung in Österreich künftig noch einfallen lassen wird. Continue reading

Wien 2019

Luftbild Wien (by me)
Luftbild Wien im Dezember 2010, ganz rechts in Bildmitte der Flughafen Schwechat

Die Rückkehr nach Wien deutet sich jetzt für das zweite Quartal 2019 an, d.h., ich hab genügend Zeit für die Wohnungssuche und kann einige Fehler vermeiden. Seit meinem Auszug aus dem Elternhaus 2003 ist es die siebte Übersiedlung. Leicht wird es auch trotz der großen Zeitspanne, die mir noch bleibt, nicht, denn nebenher arbeite ich ja auch noch Vollzeit. Es gilt also, einen realistischen Zeitplan aufzustellen, sodass ich hier Stressfaktoren von vorneherein vermeiden kann. Continue reading

Flashbacks

ffDie sentimentalen Phasen nehmen gerade zu. Ich bin (zuviel) alleine und habe viel Zeit, über verpasste und genutzte Chancen nachzudenken. Als ich von Wien nach Salzburg wechselte, hatte ich keine andere Wahl. Entweder weiter auf Teilzeit bleiben, bis auch die Reserven rasant schwinden, oder einen Vollzeitjob in einer fremden Stadt ohne soziales Auffangnetz. Zum Zeitpunkt der alternativlosen Wahl war es die richtige Entscheidung. Dass ich so abhängig sein würde von meinen (geliebten) Türöffnermenschen, war mir nicht bewusst. Ich hoffe, dass es keine Jahre bis zur Rückkehr werden. Salzburg ist für mich Exil, so günstig der Arbeitsplatz für mich auch ist. Dabei war der Weg dorthin ein persönlicher Meilenstein.

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Gekommen, um nicht zu bleiben

wasserturm

So schnell ändern sich Perspektiven, Einstellungen, Lebensziele, Gefühle.

In Wien hatte ich eine harte Zeit, sechseinhalb Jahre lang. Angefangen von einer Zweck-WG, die zum Alptraum wurde, über einen soziopathischen Arbeitgeber, der mehr in den Bore-Out als in den Burn-Out drängte und meine Fähigkeiten absprach, bis hin zum ununterbrochenen Lärm einer Großstadt, im Alltag, in der Nachbarschaft, allgegenwärtig. Als ich Ende November die einmalige Gelegenheit hatte, all dem den Rücken zuzukehren und einen Neustart zu vollziehen, ergriff ich sie natürlich. Continue reading