Kompromisse

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Ganz verlassen konnte ich Twitter dann doch nicht. Ich entschied mich jedoch zu einer rigorosen Maßnahme: Ich deinstallierte die App vom Handy. Auf diese Weise kann ich unterwegs nicht nachschauen, sondern erst nach Feierabend oder nach der Wanderung. Zurück zu analogen Zeiten – immerhin benutzte ich Twitter von 2012 bis 2015 an einem, was man heute analogen Handy nennt, Klapphandy. Das ging mäßig zufriedenstellend, deswegen interagierte ich mehr vom Computer aus mit, was dann zu lange Computerzeiten mit sich brachte. Mein letzter Eintrag zu Licht ins Dunkel fasst meinen Weltschmerz gut zusammen – zum Zweck meiner Katharsis beschäftigte ich mich intensiv mit dem, was mir Angst machte, und kann nun nicht mehr überrascht werden. Das, was sonst so über die Timeline flattert, verdränge ich derzeit – ich lese nicht viel davon, sondern tue das, was ich monatelang immer weniger konnte: Ausblenden. Continue reading

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Internet: Segen oder Fluch?

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Diesen Text kann man im Kontext von Autismus sehen, muss aber nicht so sein. Ich schrieb bereits im Jänner 2010 in einem 11-seitigen Essay über Vorzüge und Gefahren des Internets. Gefahren und Nachteile kann man ebenso im Licht des negativ konnotierten Kulturpessimismus sehen, aber auch als hinzunehmenden Umstand sehen, wie ihn jede technische Neuerung mit sich bringt. Ich halte nichts von Panikmache und Polemik, zu der sich Manfred Spitzer in seinen Bestsellern über den Niedergang der Kultur durch die digitale Revolution versteigt. Ich kenne die Gefahren, aber auch die Vorzüge und trage in nachfolgendem Text meine Gedanken zusammen:

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