Petition: Klinisch-psychologische Behandlung muss von der gesetzlichen Krankenkasse gezahlt werden

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Flyer: Berufsverband Österreichischer Psychologinnen: Für die Aufnahme klinisch-psychologischer Behandlung ins Allgemeine Sozialversicherungsgesetz: Link zur Petition 

In Österreich wird die klinisch-psychologische Diagnostik von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen, nicht aber die schriftliche Befundausstellung (macht 50% der Kosten aus) und auch keine nachfolgende Behandlung durch klinische Psychologen. Die Kasse begründet das damit, dass Autismus nicht heilbar ist und demzufolge auch kein Behandlungsbedarf besteht.

Die Kasse hat nur in einem Punkt Recht: Autismus kann ursächlich nicht geheilt werden. Es besteht aber sehr wohl Unterstützungs- und Behandlungsbedarf, nämlich bei Begleiterkrankungen wie Angststörungen, Depressionen und traumatische Belastungsstörungen, unter denen die überwältigende Mehrheit der Betroffenen leidet.  Häufig bedeutet die Diagnose auch eine mitunter einschneidende Umstellung des bisherigen Lebensstil. Handlungen werden hinterfragt, der aktuelle Job, der Umgang mit der Diagnose im Freundeskreis (sofern vorhanden) und in der Familie. Freizeitgestaltung. Gerade in der Situation nach einer frischen Diagnose ist psychologische Unterstützung hilfreich. Zudem war gerade bei spätdiagnostizierten Autisten im Erwachsenenalter Autismus häufig nicht der erste Verdacht, sondern Depressionen oder Borderline. Die Begleiterkrankung Depression oder Angststörung verschwindet nicht durch die Autismus-Diagnose, sondern besteht weiter. Continue reading

Wie wichtig sind Routinen?

Mich heilt nur die Natur

Die übliche Reaktion auf die Kundmachung depressiver Verstimmungen ist die Empfehlung, “unter die Leute zu gehen!” bzw. “rauszugehen.” Dabei erleben viele Autisten meist eine Gratwanderung zwischen dem Wunsch nach mehr Sozialkontakten und der gleichzeitigen Erschöpfung nach sozialen Aktivitäten. Diese sind selten den autistischen Bedürfnissen angepasst. Die Anfahrt kann bereits energieraubend sein, das Lokal hellhörig und laut, Stimmengewirr, klapperndes Geschirr, Verkehrslärm, Zigarettenrauch. Auch größere Gruppen sind anstrengend, wenn man mehrere Gespräche gleichzeitig hört. Für viele Autisten ist das eigene Zimmer oder die eigene Wohnung ein heiliges Refugium, ein wichtiger Rückzugsort, nach den eigenen Bedürfnissen eingerichtet. Abgeschirmt (bestenfalls) von Umgebungslärm, das Gegenteil von Menschenmassen in der Stadt und überfüllten Öffis. Continue reading