Autismus im Beruf (III)

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Im dritten Teil beschäftige ich mich mit der kniffligen Frage, wie und ob man seine Asperger-Diagnose in der Arbeit outen soll.

Rudy Simone (Kapitel 18, S. 115 ff., “Asperger’s on the Job”) gibt dabei folgendes zu bedenken:

Sich weiter verstecken macht die Ursache nicht sichtbar und hilft nicht dabei, ein positives Licht auf Asperger-Autisten zu werfen. Aber: Wenn jemand gut klarkommt, warum sollte er für Aufruhr sorgen?

Ohne Asperger anzusprechen haben seine Kollegen keinen Bezug dazu und verstehen sein mitunter sonderbares Verhalten nicht. Aber: Selbst wenn er davon erzählt, fragen sich die Leute mitunter weiterhin, warum er Dinge anders macht.

Wenn dem Arbeitgeber die Diagnose verschwiegen wird, kann sich der Autist nicht auf das Antidiskriminierungsgesetz berufen. Aber: Diskriminierung als Ursache für die Probleme in der Arbeit ist in vielen Fällen schwer nachweisbar.

Was man selbst tun kann:

  • es ist Deine Entscheidung, ob Du Dich outest oder nicht
  • Wenn Du gut in Deinem Job bist und anderen von Asperger erzählst, macht dies den Grund dafür sichtbar und hebt das Ansehen der Menschen mit Asperger-Syndrom
  • Wenn Du Schwierigkeiten im Arbeitsalltag hast, könnte die Offenlegung ein Weg sein, mehr Verständnis und Zugeständnisse zu erhalten
  • Es kann genügen, um das zu bitten, was Du brauchst – ohne Dich komplett zu outen

Das deutsche Pendant zu Rudy Simone wird übrigens in Kürze (am 22.1.2016) von Ina Brodig erscheinen und heißt “Hochfunktionale Autisten im Beruf” (Vorbestellung hier). Die Autorin ist Diplom-Pädagogin und arbeitet als Beraterin für Specialisterne Deutschland.

Schließlich gibt es recht hilfreiche “Workplace-Disclosure-Strategies” von Barbara Bissonnette, wesentliche Punkte habe ich nachfolgend ins Deutsche übersetzt:  Continue reading