Die Rolle des Kleinhirns (Cerebellum) bei Autismus

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Koordination, Gleichgewicht, Zusammenspiel der Muskeln und Gelenke (Symbolbild)

Kurzer Abstecher zum Klinefelter-Syndrom (47,XXY): Strukturelles Neuroimaging zeigt, dass Betroffene im Schnitt ein kleineres cerebellum aufweisen (z.B. Steinman et al., 2009); 47,XXY und Autismus zeigen starke Überlappungen bei kognitiven Funktionen und sensomotorischen Fähigkeiten, dazu zählen u.a. auch motorische Defizite. Auch bei anderen mit Autismus verwandten Syndromen wurden Abweichungen im Cerebellum festgestellt (z.B. Williams-Syndrom).

Erfahrungsberichte von und über Autisten zeigen: Motorische und koordinative Defizite sind häufig, dazu zählt zum Beispiel spätes oder nicht vorhandenes Erlernen des Radfahrens im Kindesalter, unsicherer Gang, häufiges Fallen, Verschütten von Lebensmitteln, sich beim Essen anpatzen, sich stoßen an Möbeln, Türen, Wänden, Schwierigkeit beim (Bäume) Klettern, usw. Temple Grandin ließ sich ihr Kleingehirn vermessen, dabei stellte sich heraus, dass es rund 20 % kleiner ist als ein durchschnittliches Kleinhirn. Das erklärt in ihren Augen ihren lausigen Gleichgewichtssinn und warum sie so arge Probleme beim Skifahren lernen hatte (nicht nur sie….). Continue reading

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