Ein Autist geht wandern

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Links Mutspitze, mittig Kesselwandferner, rechts Anstieg zu den Guslarspitzen

Eine Woche Bergwandern in den Ötztaler Alpen mit vier Dreitausendern hat gut getan. Trotz großer Gruppe, aber bekannte Gesichter, einfühlsame Guides. Die Hüttenabende sind für mich immer die größte Herausforderung. Ausgebuchte Hütten mit 80 bis 120 Leuten. Laute Gaststuben, sich räumlich zurechtfinden, checken, wie die Duschen funktionieren (Münzeinwurf), keine Privatsphäre in den Zimmern und Lagern. Manchmal war auch die eigene Gruppe laut, alle redeten durcheinander, ich konnte mich akustisch nicht mehr auf mein Gegenüber konzentrieren. In solchen Momenten stand ich einfach auf und ging nach draußen, mit der dünnen Fleecejacke bekleidet, setzte mich auf die Terrasse und schaute in die Ferne. Da war es auszuhalten. Continue reading

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Säen und entwurzeln

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Wien vom Stephansdom (Südturm) fotografiert

Einsamkeit kann tödlich sein. Das war unterschwellig der Hauptgrund für mich, Salzburg wieder zu verlassen. Eine Entscheidung, die nicht leicht fällt. Ich bin bisher vier Mal umgezogen: Vom Elternhaus nach Mainz, von Mainz nach Innsbruck, von Innsbruck nach Wien und von Wien nach Salzburg. Die Abnabelung wurde vor allem dadurch erleichtert, dass ich den vormaligen Wohnort wortwörtlich satt hatte. Wenngleich der erste Auszug nur eine halbe Trennung war, denn ich fuhr fast jedes Wochenende nach Hause. Als ich nach Innsbruck zog, freute ich mich auf ein praxisnaheres Stadium, natürlich auch auf die Berge und auf wetterverrückte Studienkollegen, die ich schon kannte. Continue reading