Berufsbiografien von Asperger – Autisten: Die Interviewfragen (III)

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Folgende Fragen stammen aus …

Kohl, Seng & Gatti (2017), Typisch untypisch. Berufsbiografien von Asperger-Autisten. Individuelle Wege und vergleichbare Erfahrungen.

Wenn sich hier weitere autistische Blogger anschließen möchten, freut mich das – dann kommen mehr als die 22 Interviews aus dem Buch zusammen. Fragen, die man nicht beantworten möchte, kann man auch weglassen. Zum Schluss sollte man außerdem entscheiden, was man öffentlich machen will und was nicht.

Ich bin schon geoutet. Außerdem möchte ich mit meinen Antworten aufrütteln, mehr Bewusstsein schaffen und mitunter Aspekte ansprechen, die Nichtautisten bisher nicht bewusst waren, dass sie eine Rolle spielen können. Das verlangt Mut zur Offenheit. Nicht jeder ist aber in so einer priviligierten Lage. Wägt also bitte genau ab, was ihr preisgebt.

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Abstruse Theorien? Mitnichten!

abstrus
Tweet in meine Richtung am 31.08.18

Der Tag war zu schön, um darauf zu antworten. Nachdem ich Twitter am Handy deinstalliert habe, hätte ich sowieso nicht antworten können und selbst im eingeloggten Zustand wäre es nicht gegangen, weil mich besagter User blockiert hat, dennoch in den letzten Jahren immer wieder zitierte und seiner Twitterblase den Fraß vorwarf, eine Methodik, die man auch bei anderen radikal(er)en Gruppierungen öfter sieht: So zitieren (z.b. ein Screenshot), dass der andere nicht darauf reagieren kann (er ist ja weiterhin blockiert) und nichts davon mitbekommt. Ich muss wohl nicht erwähnen, dass ich so ein hinterrückliches Verhalten nicht ausstehen kann. Das grenzt an Mobbing, insbesondere, wenn die zitierten Tweets dann umgedeutet werden. So wurde vor Jahren einmal behauptet, ich hielte mich für etwas besseres als frühkindliche Autisten, weil ich mich als Asperger bezeichne. Völliger Schwachsinn – führte aber dazu, dass ich aus einem Gemeinschaftsblog mit anderen Autistinnen ausgestoßen wurde.

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Türöffnermenschen

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Gestern hatte ich ein schönes Telefonat mit einem netten Menschen, was schon außergewöhnlich für mich ist, denn schöne (lange) Telefonate kann ich an einer Hand abzählen im Jahr(zehnt). Dabei ist ein Metapher gefallen, die mich später noch beschäftigt hat. Weil sie so viel Wahres enthält über mein Leben: Die Türöffnermenschen.

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Buchempfehlung: Berufsbiografien von Asperger-Autisten (I)

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Wie bei vielen Autistinnen und Autisten ist auch bei mir rund ein Jahr nach der Diagnose eine gewisse Sättigung bei der Suche nach neuen Erkenntnissen und Erfahrungsberichten anderer Autistinnen eingetreten. Hier und da hat man immer wieder Aha-Erlebnisse, doch insgesamt hat man sich mit der Diagnose abgefunden und versucht damit zurechtzukommen. Das folgende Buch stellt eine Ausnahme dar:

Kohl, Seng, Gatti (Hrsg.): Typisch untypisch. Berufsbiografien von Asperger-Autisten. Individuelle Wege und vergleichbare Erfahrungen, 2017

Nicht nur das 50 Seiten starke Vorwort hat beeindruckt, sondern auch die Lebensgeschichten der 22 Asperger-Autistinnen und -Autisten, die interviewt wurden. Jedem Interview mit gleichlautenden Fragen wurde ein je nach Stil der Autoren ein kurzer oder langer Bericht über den beruflichen Werdegang vorangestellt. Erst die Summe der individuellen Erfahrungsberichte macht die Stärke und Bedeutung dieses Buchs aus, viele Gemeinsamkeiten, aber auch die Beseitigung von Klischees über Autistinnen.

Im Teil I möchte ich auf das Vorwort eingehen, in Teil II versuche ich eine Zusammenfassung der 22 Interviews, denn das einzige Manko des Buchs ist ein fehlendes schlussfolgerndes Kapitel. In Teil III möchte ich ein paar der vorformulierten Interviewfragen selbst beantworten.

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