Raucher

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Ich habe gewisse Hemmungen, darüber zu schreiben. In meinem Freundeskreis sind Raucher, großteils rücksichtsvolle Menschen, die wissen, dass ich Nichtraucher bin und empfindlich auf Rauch reagiere. Trotzdem bin ich mit meinen Bedürfnissen oft in der Minderheit, wenn es um die Wahl des Lokals und die Rauchmöglichkeiten geht. Das Problem ist ein grundsätzliches: Wenn ein Aschenbecher auf dem Tisch steht, darf geraucht werden, völlig egal, ob Nichtraucher anwesend sind. Der Raucher kommt immer zuerst, der Nichtraucher muss den Rauch ertragen. Continue reading

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Auf sich achten: Weniger ist mehr.

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Ausblick vom “Häuserl am Roan” auf Wien, im Hintergrund das Leithagebirge mit flacher Dunstschicht davor.

Es ist schon eigenartig, das Thema Sozialkontakte. Zwischen der 24-Stunden-Wanderung Mitte Juni und der mehrtägigen Hüttenwanderung Ende Juli hatte ich Null (tiefsinnigere) Sozialkontakte, abgesehen von den Kontakten mit den Arbeitskollegen und zwei Terminen mit meinem Psychologen. Das war echt zach. An den wenigen, an einer Hand abzählbaren Tagen mit Sozialkontakten in Salzburg gelingt es mir sogar, der Stadt Positives abzugewinnen. Doch sind die Tage so in der Minderheit, dass die negativen Gefühle meinem jetzigen Wohnort gegenüber überwiegen. Einsamkeit macht depressiv, pessimistisch. Die politische Stimmung im Land fungiert als Verstärker von Weltuntergangsgefühlen, von Perspektivlosigkeit, Zukunftsängsten, Ohnmachtsempfinden. Continue reading

Ein Autist geht wandern

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Links Mutspitze, mittig Kesselwandferner, rechts Anstieg zu den Guslarspitzen

Eine Woche Bergwandern in den Ötztaler Alpen mit vier Dreitausendern hat gut getan. Trotz großer Gruppe, aber bekannte Gesichter, einfühlsame Guides. Die Hüttenabende sind für mich immer die größte Herausforderung. Ausgebuchte Hütten mit 80 bis 120 Leuten. Laute Gaststuben, sich räumlich zurechtfinden, checken, wie die Duschen funktionieren (Münzeinwurf), keine Privatsphäre in den Zimmern und Lagern. Manchmal war auch die eigene Gruppe laut, alle redeten durcheinander, ich konnte mich akustisch nicht mehr auf mein Gegenüber konzentrieren. In solchen Momenten stand ich einfach auf und ging nach draußen, mit der dünnen Fleecejacke bekleidet, setzte mich auf die Terrasse und schaute in die Ferne. Da war es auszuhalten. Continue reading

Warum ich mich aus dem Selbsthilfe-Engagement zurückgezogen habe

Die Selbstkritik vorne weg: Ich bin zart besaitet, reagiere impulsiv-emotional, male oft redensartlich den Teufel an die Wand, kann es nicht ertragen, wenn mir Worte im Mund verdreht werden und ich als jemand dargestellt werde, der das genaue Gegenteil von dem ist, wie ich meine Haltung verstehe. Ich mag es nicht, niedergebrüllt zu werden, wenn Gruppendynamik einschüchtert oder ein Umfeld schafft, in dem ich davor zurückschrecke, eine andere Meinung zu haben und zu äußern. Ich vermeide seit einiger Zeit, über kontroversielle Themen zu bloggen, die in der zerstrittenen Gruppe der Autisten zu heftigen Auseinandersetzungen führen. Weil ich nicht (wieder) in einen Shitstorm geraten will. Es hat mir gereicht, schon mal von einem Gemeinschaftsblog ausgeschlossen zu werden, weil jemandem der Aussage, ich hielte mich als Asperger für etwas Besseres als frühkindliche Autisten, mehr Vertrauen geschenkt wurde als mir, der in vielen Blogtexten nie eine persönliche Wertung hineingebracht hat. Continue reading

Säen und entwurzeln

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Wien vom Stephansdom (Südturm) fotografiert

Einsamkeit kann tödlich sein. Das war unterschwellig der Hauptgrund für mich, Salzburg wieder zu verlassen. Eine Entscheidung, die nicht leicht fällt. Ich bin bisher vier Mal umgezogen: Vom Elternhaus nach Mainz, von Mainz nach Innsbruck, von Innsbruck nach Wien und von Wien nach Salzburg. Die Abnabelung wurde vor allem dadurch erleichtert, dass ich den vormaligen Wohnort wortwörtlich satt hatte. Wenngleich der erste Auszug nur eine halbe Trennung war, denn ich fuhr fast jedes Wochenende nach Hause. Als ich nach Innsbruck zog, freute ich mich auf ein praxisnaheres Stadium, natürlich auch auf die Berge und auf wetterverrückte Studienkollegen, die ich schon kannte. Continue reading