Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen

Was für ein Jahr … und es ergeben sich immer noch neue Erkenntnisse.

sohlen
Zwei Jahre intensives Bergwandern machten sich bemerkbar. Insbesondere links der deutliche Abdruck vom Sesambein.

Zu meinem Sesambeinödem hab ich heuer regelmäßig berichtet (März, April, August, September und die Chronologie.)  Erst durch die letzte Physiotherapietermine hat sich ergeben, dass die Ursache viel weiter oben zu suchen ist. Ein klassisches Henne-Ei-Problem. Am Anfang standen die Einlagen, um den betroffenen Fußbereich weichzubetten (auch wenn die Schuhmacher genau das nicht gemacht haben trotz Vorgabe durch die Orthopäden). Außerdem sollte ich mich schonen, damit das Ödem ausheilen kann. Der Arztwechsel hat im Prinzip bestätigt, dass das Ödem echt ist, aber Zweifel über die Ursache gebracht. Fakt ist, dass man anhand des MRT vom April nicht erkennen kann, ob die Zweiteilung des Sesambeins durch einen Ermüdungsbruch zustandekam oder schon seit der Geburt (“anlagebedingt”) vorliegt. Die Einschätzung der zweiten Radiologin deutete daraufhin, dass wiederholte Überlastung (Mikrotraumen) die Ursache für die Entzündung war und nicht der Bruch bzw. die Zweiteilung.

Ich hab die Ursache lange im Schuhwerk gesucht, wenngleich mir bereits im April ein Sportphysiotherapeut und Osteopath schrieb, dass die Schuhe nicht das Problem gewesen sind, sondern die Intensität und Monotonie meiner Aktivitäten (nur Wandern, keine anderen Sportarten, und zu häufig mit zu wenigen Erholungsphasen dazwischen). Andererseits begann das Problem erst mit dem Umstieg auf Laufschuhe bzw. sah ich als Knackpunkt die 24-Stunden-Wanderung mit Laufschuhen, weil fünf Tage danach die Beschwerden anfingen, bzw. war das Problem vorher schon da, hat sich aber nicht bemerkbar gemacht. Dazu passte dann aber nicht, dass ich mit (größeren und breiteren) Laufschuhen (selbst mit den damals noch unbequemen Einlagen) weniger Schmerzen beim Gehen hatte als mit den festeren Halbschuhen mit steifer Sohle.

Nahezu gleichzeitig erkannten der physikalische Arzt, der die Stoßwellentherapie macht (von dessen Nutzen ich nicht überzeugt bin) und die Physiotherapeutin, dass erst die Muskelverspannung in der Wade dazu führte, dass auch die Plantarsehne an der Fußsohle enorm verspannt war. Bei vielen Betroffenen führt das zum Fersensporn, bei mir zum Sesambeinödem. Die verspannte Sehne drückt dann auf den Knochen. Auch hier hätte man theoretisch ein Henne-Ei-Problem formulieren können – kommt die Verspannung durch das Ödem oder das Ödem durch die Verspannung?

In meinen Augen war dann vor zwei Wochen der Durchbruch, als die Physiotherapeutin erstmals die verklebten Faszien (knotige Muskelverspannungen) in der Steißbein/Becken/Kreuzbein massierte und ich dabei einen Dehnungsschmerz bis in den betroffenen Fußbereich verspürte. Das hat bei mir einen Flashback ausgelöst …. denn der Schmerz kam mir eigenartig bekannt vor:

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Abstieg von der Trisselwand zum Grundlsee über die Kasgrube – ein unmarkierter Jagdsteig

Am 19. Oktober 2017 ging ich einen steilen und schottrigen Jagdsteig abwärts, bei dem ich ständig bremsen musste. Nach dem Abstieg vermerkte ich im Tourenbericht:

Nach der Kasgrube setzte ich den Rucksack kurz ab und wieder auf. Genau da fährt mir ein stechender Schmerz in die Lendenwirbelsäule, der auch am nächsten Tag noch erhalten blieb. Vielleicht saß der Rucksack nicht gut und drückte zu sehr ins Kreuz, speziell bei der steilen Passage bergab. Vorher hatte ich gar nichts gespürt. Seitdem habe ich leider generell beim Abstieg mal links, mal rechts Schmerzen, die sich entlang der Oberschenkel bis in die Füße ziehen. 

Leider hab ich in den späteren Tourenberichten seit dieser Tour nichts mehr darüber geschrieben.

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Geführte Schneeschuhwanderungen mit Übernachtung in Admont, Blick auf den Großen Buchstein im Abendlicht

Ich kann mich aber daran erinnern, dass ich nach zwei Tagen Schneeschuhwandern Ende Jänner 2018 ebenfalls heftige Schmerzen an der Unterseite der Oberschenkel hatte, und zwar so, dass ich zwei Tage im Büro kaum richtig sitzen konnte. Links war es stärker als rechts aber an sich beidseitig spürbar.

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Aufstieg zum Großen Kollmannstock, westlicher Hochschwab

Bei den geführten Schneeschuhtouren Anfang März 2018 schrieb ich am ersten Tag …

Beim Abstieg über die felsige Steilstufe vom Hinweg stoppe ich unsanft ab, weil ich mit dem linken Bein wegrutsche und ein stechender Schmerz im Oberschenkel folgt. Die resultierende Zerrung sollte mich am Folgetag noch beschäftigen.

und am zweiten Tag:

Danach war ich leider etwas unaufmerksam und sah bei einem liegenden Baumstamm nicht, dass sich davor ein Spalt befand. Prompt stieg ich mit dem linken Bein, wo ich mir am Vortag die Zerrung im Oberschenkel geholt hatte, ins Leere und rutschte mit dem Schuh unter den Baumstamm. In dieser Position tat das ziemlich weh, weil ich den Fuß nicht bewegen konnte. […] 

In Summe hatte ich also immer wieder Probleme mit dem unteren Rückenbereich und dem Oberschenkel, bevor ich die 24-Stunden-Wanderung antrat. Durchaus plausibel, dass sich das spätere Ödem schon im Vorjahr durch den verspannten Rücken und die Oberschenkelprobleme abzeichnete. Für einen Ermüdungsbruch hätte ich eine stärkere Erinnerung an ein Einzelereignis haben müssen, aber es hat sich über viele Monate konsequent gesteigert vom Schmerzempfinden her. Zu enges Schuhwerk und zu wenig Dämpfung für meine ohnehin mit nicht viel Fettpolster gesegneten Fußsohlen haben dann dazu beigetragen, dass sich das Ödem noch verschärft hat.

Welche Konsequenzen hat das jetzt für mich? Viel Massage, Kräftigung des Rückens durch Training mit dem Rudergerät, mehr Abwechslung in der Aktivität (Schwimmen, Radfahren, Wandern), während der Aktivität regelmäßig dehnen (Fußmassage durch Golfball). Bequeme Wanderschuhe, lieber etwas dickere Socken.

Und die zweite Erkenntnis des Jahres war die Feststellung meiner Laktoseintoleranz. Ich hätte mir viele Monate mit Magendarmbeschwerden ersparen können, wenn die Hausärzte etwas über den Tellerrand geschaut hätten. Im November nach der Nabelbruch-OP wollte ich unbedingt Ernährungsberatung machen, aber die Ernährungsfritzen haben auf meine Terminanfrage via Kontaktformular nicht geantwortet, obwohl ich Asperger dazu schrieb (danke an die DSGVO, dazu bald ein separater Blogartikel über die neuesten Schikanen). Die Hausärztin hatte keine Idee mehr, zu dem Zeitpunkt war auch nur Histamin als möglicher Auslöser im Gespräch.

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Rehmedaillons mit Hokkaido-Kürbislasagne

Der neue empfohlene Hausarzt in Wien hat die Magenbeschwerden ständig heruntergespielt und wenn es nach ihm gegangen wäre, hätte ich jetzt immer noch Probleme. Jetzt steht Laktoseinterolanz also fest und ich kann Milchprodukte meiden bzw. schaue verstärkt bei verarbeiteten Lebensmitteln, was alles drin ist. Im Zweifelsfall hau ich mir Laktosetabletten eine und tatsächlich hilft das – seit ein paar Wochen hatte ich keinen Rückfall mehr und kann wieder unbeschwert essen. Ein großer Gewinn an Lebensqualität.

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