Ruhe in Frieden, Papiernote.

Die @papiernote war eine junge Autistin und Lehrerin, ein Kämpferherz. Ich habe sie nie persönlich getroffen. Wir sind jahrelang einander auf Twitter gefolgt. Ich habe sie schätzen gelernt. Sie brachte viele, gute Ideen, zeigte ihr Herz für ihre Schüler_innen. Sie engagierte sich trotz schwerer Krankheit für Flüchtlinge, als die Not danach verlangte. In den letzten Monaten sind ihre Tweets leider seltener geworden. Sie hat viel gekämpft. Sie hat letzendlich verloren. Es ist schwer in Worte zu fassen. Ich trauere mit den Hinterbliebenen, mit den engen Freund_innen und Bekannten, die sie auch persönlich kannten.

Es ist immer seltsam, wenn virtuelle Bekannte sterben. 2014 beging mein Wettermentor, den ich auch persönlich kannte, Suizid. Zerbrochen am Leben, an den Höhen und Tiefen. Es war eine schwierige Zeit danach. In den Jahren danach erlebte man auf Twitter hautnah, wie Menschen dem Krebsleiden erlagen. Der Kampf, die Qualen, die Hoffnung, der Rückfäll und der schnelle Tod. Entfernte Bekannte, aber ein seltsames Gefühl, wenn die Twitterkonten bleiben, aber keiner mehr antwortet. Nie mehr antworten wird.

So ist es jetzt auch. Und selbst wenn ich sie nie persönlich traf, war da doch mehr als nur ein entfernter virtueller Kontakt. Wir haben Gemeinsamkeiten gesucht und gefunden, der Autismus als verbindendes Element. Das Thema Tod und danach ist schwierig. Ich bin kein Atheist, aber auch nicht gläubig. Irgendwo dazwischen. Aber es ist auch schwer vorstellbar, dass nicht irgend etwas weiterexistieren wird. Ich wünsche es mir für sie.

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One thought on “Ruhe in Frieden, Papiernote.

  1. geschlechtslos 7. September 2018 / 12:52

    Ich kannte sie zwar nicht, aber es macht mich dennoch betroffen da ich ja selbst eine Krebserkrankung hatte. Man kann sich nie sicher sein ob man es wirklich hinter sich hat.
    Ruhe in Frieden, Unbekannte.

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