Zugverspätungen

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Das Autofahren hatte ich gegen Ende des Gymnasiums lange vor mir hergeschoben. Alle Klassenkameraden hatten den Führerschein gemacht, bis ich diesen anging. Die Fahrstunden gestalteten sich für mich schwierig. Von Technik verstand ich gar nichts, die Koordination mit Bremse, Gas und Kupplung überforderte mich lange Zeit, dazu gleichzeitig noch die Umgebung beachten und auf die Anweisungen des Fahrlehrers achten. Eines blieb zwangsläufig auf der Strecke. In Summe absolvierte ich 30 Fahrstunden, während der Durchschnitt sonst bei 10-15 lag.

Der Führerschein 

Ich kann mich erinnern, wie wir in Frankfurt das Fahren in der Großstadt übten und ich maßlos überfordet war von den vielen Spuren und immer etwas zu spät war mit dem Spurwechsel. Später auf der Autobahn südlich von Aschaffenburg, wo es in einem Teilstück damals noch Geschwindigkeitsbegrenzung gab (120) – mittlerweile wegen wiederholt schwerer Unfälle auf dem gesamten Stück – forderte er mich auf, doch einmal im fünften Gang die Geschwindigkeit voll auszureizen. Also beschleunigte ich bis 170 und er herrschte mich an, ich führe viel zu schnell, hier gelten 120. Auch die Nachtfahrten bedeuteten eine große Anstrengung mit dem blendenden Licht, insbesondere den Xenon-Scheinwerfern, mit denen ich schon als Radfahrer Probleme hatte. Einmal fuhren wir im Peugeot, sonst immer Golf, wo er sein klobiges Handy so in der Mitte platziert hatte, dass ich dagegenkam, wenn ich in den fünften Gang schalten wollte. Ich war einen Moment lang so darauf fixiert, den fünften Gang zu schalten, dass ich den Wagen fast in den Graben setzte, weil ich das Lenkrad nicht geradehalten konnte. Die Führerscheinprüfung gestaltete sich dann vergleichsweise einfach. Im wesentlichen immer geradeaus fahren, rückwärts einparken (im ersten Versuch gelungen), keine Berganfahrt, vor der ich mich so fürchtete, weil ich die Balance zwischen Gas geben und bremsen nie richtig erwischte. Ich hatte also bestanden und bin die letzten anderthalb Jahre mit dem Auto meines Bruders (Ford Escort ohne Servolenkung) in die Schule gefahren. Danach gelegentlich noch mit dem Auto meiner Eltern zum Großelternbesuch. Ihren Aussagen zu Folge war ich ein sicherer Fahrer. Die Reizüberflutung machte mir aber nach wie vor Probleme. Ich konnte es nicht ertragen, wenn mich die Mitfahrer von hinten oder nebenan ansprachen, auch Musik ging anfangs gar nicht. Am Lenkrad bekam ich regelmäßig Schweißausbrüche, sodass es völlig verschwitzt war. Dicht auffahren und der Zwang, an der Ampel sofort loszufahren, setzten mich extrem unter Druck.

Vom Auto zu den öffentlichen Verkehrsmitteln

Bis zum Jänner 2006 bin ich noch regelmäßig Auto gefahren. In dieser Zeit studierte ich zuerst in Mainz, dann in Innsbruck. Bei der Übersiedlung nach Innsbruck bin ich ein Teilstück der Strecke auf der A7 noch gefahren. Am Studienort dann nicht mehr. Bis heute. Eine Gelegenheit für ein eigenes Auto hatte ich zuvor schon verpasst, und zwar kurz vor Studienbeginn als ich von der Bundeswehr ausgemustert wurde und daher auch keinen Zivildienst machen musste. Ich hätte schon die Zusage aus einem Altenheim gehabt, auch wenn ich mir nicht vorstellen konnte, mit (älteren) Menschen umzugehen. Ich hätte dafür ein ausgemustertes Postauto bekommen. Mangels Zivildienst begann ich direkt nach dem Abitur mit dem Studium – im Nachhinein sehe ich das als Fehler. Ich war innerlich noch nicht so weit und vertrödelte die ersten zwei Semester.

Ein wenig Ideologie steckte damals auch schon hinter dem Unwillen, Auto zu fahren. Ich fuhr die etwas mehr als 4km in die Schule seit jeher mit dem Rad, bei jedem Wetter. Das härtete mich ab. Ich konnte schon damals den Autoverkehr wenig ertragen von der Lärmkulisse. Ich dachte, ich könne dauerhaft auf ein Auto verzichten, hatte damals aber auch noch nicht den Drang, „irgendwo“ hinzufahren. In meiner Heimatregion gab es keine Sehenswürdigkeiten in der Nähe, die mich irgendwie gereizt hätten. Zwar fuhr ich längere Strecken Rad, richtige Wanderungen wie heute waren damals aber noch kein Thema. Ich blieb oft zuhause, im eigenen Zimmer, schrieb Kurzgeschichten, las Bücher, bildete mich fort usw. In Mainz war in den Studiengebühren von 150€ das Studienticket für die Bahn inkludiert, für den IC zahlte ich pro Semester 10€ Aufpreis und konnte zügig nach Aschaffenburg fahren, nur das letzte Stück kostete dann etwas. Das Wochenendticket der Deutschen Bahn war ja überhaupt lange Zeit (bis 1996) noch erschwinglich, mit 35 DM für 5 Personen das gesamte Wochenende, was ich auch ein paar Mal nutzte. Heute kostet es 40€ für Samstag ODER Sonntag, also 80€, aber nur für eine Person, pro bis zu vier Mindestreisenden 4€ Aufschlag. Macht also 56€ pro Tag und 112€ pro Wochenende. Die Verteuerung kann sich jeder selbst ausrechnen.

Mit der Übersiedlung nach Innsbruck war klar, dass aus Geldmangel ein Auto gar nicht in Frage kam, aber ich benötigte es auch nicht. Die Studienfächer wurden an unterschiedlichen Instituten unterrichtet, die räumlich getrennt waren. So brachte ich es mit dem Rad zeitweise auf 20km am Tag und bis zu 2000km im Jahr. Mit dem Zug war man schnell in Seefeld oder am Brenner oder in Kufstein und konnte unkompliziert in die Bergwelt einsteigen. Über die Jahre hinweg hatte ich mich so an den autolosen Zustand gewöhnt, dass ich ihn nie vermisste. „Möchtest Du nicht doch wieder einmal Auto fahren?“ hörte ich jedes Jahr mehrmals, doch ich lehnte jedes Mal ab. Wozu auch, wenn danach wieder Wochen und Monate ohne Praxis folgten? Leider entdeckte ich erst spät das ÖBB-Sommerticket, mit denen Studenten damals die ganzen Semesterferien für einmalig 60€ mit dem Zug durch Österreich fahren konnten.

Spätestens in Wien war dann klar, dass man hier auch super ohne Auto zurechtkommt. Ich traf einen Arbeitskollegen, der nicht einmal den Führerschein gemacht hatte und bewunderte ihn, denn das Geld dafür hätte ich damals gut gebrauchen können. Ich lernte gebürtige WienerInnen kennen, deren gesamte Familie autolos blieb und via Eisenbahn regelmäßig in den Urlaub fuhr. In Wien existiert eines der besten öffentlichen Verkehrsnetze der Welt noch dazu mit unverschämt niedrigen Preisen. Schon bevor die Jahreskarte von 450 auf 365€ im Jahr reduziert wurde. Da sind die Preise in Salzburg, Innsbruck oder auch in Stuttgart enorm teuer dagegen, mit einem Bruchteil des Angebots. Mit Vorteilscard (entspricht der Bahncard 50 in Deutschland) blieb es für mich günstig, viel günstiger als in Deutschland, obwohl auch die ÖBB stetig anheben.

Mit dem Zug Wandern gehen

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Alle Wanderziele, Stand 19.11.17 – rot: öffentlich ab Innsbruck bzw. Wien, grün: öffentlich ab Salzburg, blau: Auto (als Mitfahrer)

Inzwischen kann sich der Überblick über meine Wandertouren sehen lassen. Vor allem von Wien aus konnte ich ein Großteil der Wiener Hausberge öffentlich gut abdecken, bin aber für Tagestouren auch weit in den Süden (Gößeck, Bärenschützklamm) bzw. in den Westen (Zwillingskogel/Grünau im Almtal, Schoberstein bei Ternberg) gefahren. Von Salzburg waren die weitesten Anfahrten bisher ins Mühlviertel bzw. in die Wachau.

Natürlich gehen zahlreiche Ziele ohne Auto nicht, weil es zu wenige oder gar keine Busverbindungen gibt. Aber diesen Kompromiss gehe ich gerne ein. Ich habe die Herausforderung, ohne Auto schöne Wanderungen zu machen, angenommen. Ein paar Vorteile liegen auf der Hand: Nach der Tour die Beine ausstrecken, dösen, auf nichts mehr achten müssen, Überschreitungen von A nach B statt zum Ausgangsort zurückzumüssen und speziell an der Westbahnstrecke ist der RJ mit Tempo 200 schneller als jedes Individualverkehrsmittel. Meistens jedenfalls. Nach drei Seiten Einleitung damit zum Titel des Beitrags, und das, was mich wirklich ärgert und womit ich nur schlecht umgehen kann:

Verspätungen und Meltdown

Vergangenen Dienstag habe ich mich mit einem guten Freund aus Wien im Mühlviertel verabredet, wir wollten von Freistadt ins Thurytal und um Freistadt herumwandern und zum Schluss die sehenswerte Stadt mit mittelalterlichem Kern besichtigen. Weil Mitte November die Tage schon kurz sind, nahmen wir beide den ersten Zug in der Früh, er um 6.02, ich um 6.05. Ich hätte auch den um 6.12 nehmen können, der etwas länger braucht. Ab Linz wollten wir in den Regionalexpress um 7.52 umsteigen. Der nächste Bus fuhr um 9.05. Ich dachte, ich nehme lieber den schnelleren RJ um 6.05, dann wären mir 40min Umsteigezeit in Linz geblieben. Kurz vor Wels, genauer gesagt in Gunskirchen, verlor der RJ plötzlich drastisch an Tempo und es kam die Durchsage, dass „der gesamte Zug defekt sei und ein technischer Reset notwendig sei, das würde 5-10min dauern“. Der gerade vorbeigehende Zugbegleiter brummte schon „na mal schaun“ und ich ahnte schon, dass so ein Reset sicherlich nicht unkompliziert sei. Nach 10 Minuten Stillstand erneut die Durchsage „weitere 5-10min“, danach „wir arbeiten fieberhaft an der Wiederherstellung“. Inzwischen hatte uns der „langsamere“ RJ von 6.12 überholt, mit dem ich den Anschluss noch erreicht hätte, wenngleich auch dieser verspätet war, weil wir ja das Gleis blockiert hatten. Essenz: Mit knapp einer Stunde Verspätung rollten wir in Linz ein, der Zug war natürlich längst weg und unser beides verfrühtes Aufstehen umsonst. Trotz allem wurde es natürlich noch ein schöner Tag, aber für die Stadtbesichtigung reichte das Tageslicht nicht mehr aus. Zudem brachte mich die Verspätung aus dem Takt. Das Frühstück war schon wieder eine Weile her, durch die lange Wartezeit war ich wieder müde, jeder weitere Kaffee brachte nur noch mehr Müdigkeit hervor. Der Tag war aus dem Tritt gebracht.

Gestern wiederholte sich das Trauerspiel erneut und war noch ärgerlicher. Wieder nahm ich den ersten Zug um 6.05, in St. Pölten hatte ich nur fünf Minuten Umsteigezeit auf den Anschlusszug nach Krems an der Donau. Knappe Sache. Meine Fahrerin aus Wien bat mich, rechtzeitig Bescheid zu geben, damit sie früher losfahren und mich in St. Pölten abholen konnte. Schon bevor ich in den RJ einstieg, zeigte die ÖBB-App Scotty eine um 2min verspätete Abfahrt des Regionalzugs ab St. Pölten, warum auch immer. Später wurden daraus sogar 4min. War die Verspätung des RJ bereits einkalkuliert? Im Laufe der Zugfahrt, wir hatten keine größeren Aufenthalte, sammelten sich fünf Minuten Verspätung ein. Ich checkte noch einmal Scotty und stellte zu meinem Erschrecken fest, dass beim Regionalzug nun wieder die normale Abfahrtszeit angegeben war. Mit 0min Umstiegszeit würde sich das nicht ausgehen. Ich nahm meinen Mut zusammen und fragte den vorbeikommenden Zugbegleiter, ob der Regionalzug warten würde. Er zückte sein Handy und ich ließ mir von ihm versichern „der Regionalzug wartet.“ Durchsage gab es übrigens keine, am Monitor im Zug stand auch nichts. Ich sprang aus dem Zug, rannte zum Bahnsteig, da stand eine aus einem Waggon bestehende Regionalbahn, öffnete die Tür und wollte mich setzen, als der Zugführer aus seiner Kabine kam und mich fragte, wo ich hin wollte. „Nach Krems an der Donau!“ – „Der Zug ist eben schon gefahren!“ – „Aber er sollte doch warten!“ – „Der ist weg. Ich fahr nirgends hin.“ Der Zugbegleiter hatte mich also angelogen. Ich war sauwütend und wäre am liebsten explodiert. Stattdessen beließ ich es bei ein paar derben Flüchen auf Twitter, die ich später wieder löschte. Jetzt musste ich wieder eine dreiviertel Stunde warten, das Klientel an einem Samstagmorgen in St. Pölten war dazu nicht sehr einladend. Ich hatte schon drei Kaffee intus, mehr ging nicht. Wie im vorherigen Text zum Fachtag Rosenheim zusammengefasst … ging ich in die Bahnhofsbuchhandlung, um mich zu beruhigen, und kaufte eine Zeitung. Das war die maximale Kompensation, zu der ich fähig war, während ich zuvor darüber nachdachte, wieder Fahrstunden zu nehmen, ein Auto zu kaufen und mich endgültig von den öffentlichen Verkehrsmitteln loszusagen, gegen meine ideologischen Ansichten des Umweltschutzes. Letzendlich …. hatte auch diese ärgerliche Verspätung – ich war trotz Schlafmangel am Vortag erneut so früh aufgestanden – einen Sinn gehabt. Wir hatten auf unserer Wanderung in der Wachau zwei überraschende, schöne Begegnungen, die wir bei geplantem früheren Start wahrscheinlich nicht gehabt hätten.

Ich plane normalerweise schon Eventualitäten, einen Plan B, weil Verspätungen immer vorkommen können. Gerade in diesem Fall gab es keine Alternative, weil die jeweils stündliche Verbindung in die Wachau immer nur 5min Umstiegszeit hatte. Gerade so kurzfristig und mit offensichtlichen (der Zug wartet) oder zu optimistischen (5-10min) Falschinformationen ist das für mich doppelt schwer verkraftbar. Noch dazu übermüdet, wenn auch die Reizüberflutung viel schwieriger kompensierbar ist. Im ersten Fall saß ich im Bordrestaurant und eine Gruppe Männer neben mir, die sich lautstark unterhielten und lachten – meine In-Ear-Kopfhörer hatte ich wieder einmal daheim vergessen , was mich ab dem Zeitpunkt, ab dem klar war, dass der Anschlussbus weg ist, in den Wahnsinn trieb. Im zweiten Fall hielt ich die ununterbrochenen Durchsagen im Bahnhof St. Pölten nicht mehr aus, ich hatte das Gefühl zwischendurch nicht mehr atmen zu können, geschweige denn klar denken.

In beiden Fällen war die Verspätung nicht das Ende. Es wurde ein schöner Tag, immerhin hatte ich mich auf beide Freunde gefreut, auch wenn es mir unangenehm war, dass es beschwerlicher wurde. Leider neige ich bei solchen unerwartet negativen Planänderungen zum „Katastrophismus“ und die erste Reaktion ist sehr affektbetont, obwohl ich mich später damit arrangieren kann. Zuletzt noch der Hinweis, dass ich viele Autisten kenne, die den Führerschein gemacht haben und Auto fahren, und entsprechend unabhängig sind. Manchmal beneide ich das.

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4 Gedanken zu “Zugverspätungen

  1. autistanbord 19. November 2017 / 14:03

    Ich bin einer der Autisten, die ohne Auto nicht könnten. Die meisten öffentlichen Verkehrsmittel SIND bei mir das Ende des Tags, denn Bus und Bahn überladen mich – vor allem, seit ich ein eigenes Auto habe und mir damit die die Übung fehlt – sehr schnell und sehr stark. Dazu kommt, dass ich in diesen Verkehrsmitteln die Fahrt nicht richtig „registriere“ und ich es extrem desorientierend finde, an einem anderen Ort auszusteigen, als ich eingestiegen bin. (Lustigerweise ist Flugzeug OK, und mit der Tube in London komme ich auch ausreichend zurecht, wobei ich auch dort lieber entweder Mietwagen fahre oder zu Fuß gehe, wenn die Distanzen passen und genug Zeit ist; die Tube ist bei mir aber eine kuriose Ausnahme.)
    Ich finde Autofahren sogar entspannend, vor allem lange Strecken auf der Autobahn. Pause fürs Hirn, Pause fürs Denken. Im Auto kann ich sogar Musikhören, ohne davon überladen zu werden – anscheinend wird genug Verarbeitungs“power“ für den Vorgang des Fahrens verbraucht, dass nicht genug übrig ist, um wirklich Probleme zu verursachen.
    Wie man in Wien ohne Auto zurechtkommt, kann ich mir ehrlich gesagt gar nicht vorstellen. Ich bin in der Regel dreimal im Jahr dort, wohne dann etwas außerhalb, und es wäre für mich unvorstellbar, das anders zu handhaben als: Wir fahren mit dem Auto nach Wien rein, parken in der TG am Stephansdom und alles weitere läuft zu Fuß.

    Ich weiß, es gibt viele Autisten, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln keine Probleme haben, aber ich kann mir so überhaupt nicht vorstellen, wie das funktioniert. Und weißt du was? Ich beneide das manchmal auch.

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    • Forscher 19. November 2017 / 14:16

      Danke für Deine interessante Antwort. Das war meine unausgesprochene Frage, wie das mit dem Auto zu schaffen ist als Autist. Beim Zugfahren weiche ich bei Fernzügen IMMER ins Bordrestaurant aus. Dort hab ich einen Tisch zum Zeitung lesen, konsumiere dann auf zwei Stunden halt einen Kaffee, und es ist in der Regel nicht so laut wie in den Großraumwägen, wo ständig ein Telefon klingelt, jemand laut Musik hört, sich Gruppen laut unterhalten. Kann im Speisewagen auch vorkommen, aber nicht so oft je nach Uhrzeit. Im Großraumwagen halte ich das Zugfahren überhaupt nicht mehr aus. Die Busse in Salzburg finde ich auch nicht angenehm, die vielen Straßenschäden machen das Busfahren extrem holprig, ich bleibe oft stehen wegen älteren Menschen, aber der Bus fährt so ruckartig, dass man sich immer festhalten muss. In Wien hab ich früh begonnen, das ganze Netz abzufahren und wusste daher oft auswendig, wo ich umsteigen muss oder Alternativen, wenn es Probleme gab. Am liebsten bin ich dort Straßenbahn gefahren, da konnte ich lesen oder einfach aus dem Fenster schauen. Auto könnte ich mir in Wien nicht vorstellen. Staus, ungeduldige, aggressive Fahrer, viele Raser, und man muss extrem wegen der Radfahrer aufpassen oder dass man der Straßenbahn nicht im Weg ist.

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      • autistanbord 19. November 2017 / 21:12

        Irgendwie lustig. Ich finde Wien eigentlich angenehm zu fahren, wegen der vielen Einbahnstraßen, sodass man auf weiten Strecken gar nicht auf Gegenverkehr achten muss! Es gibt eigentlich nur eine Stadt, in der ich extrem ungern bis gar nicht Autorfahre – das ist München.
        Mein Führerschein dauerte übrigens auch lange, und ich war danach auch weder sicher noch wirklich fahrtauglich. Heute kann ich sagen: Es lag an der Art des Fahrlehrers. Er konnte nicht erklären, erwartete, dass ich vieles einfach weiß weil ja eh jeder schon mit Papa illegal gefahren ist (ich saß bei ihm aber wirklich zum ersten Mal am Steuer) oder man sich vieles einfach „denken kann“ – konnte ich eben nicht. Ich hatte dann den Führerschein und wusste, ich kann nicht fahren. Die erste Zeit bin ich mit dem Auto meiner Eltern gefahren, extrem unsicher. Als ich dann nach dem Abitur zu Hause ausgezogen bin, und an der Uni plötzlich eine von sehr wenigen war, die überhaupt Führerschein hatten, deswegen auch immer wieder gefragt wurde, ob ich den Fahrer mache, bin ich irgendwann einfach zu einer örtlichen Fahrschule gegangen, und habe denen genau das gesagt: Mein Führerschein ist so gelaufen, ich fühle mich hinter dem Steuer nicht wohl oder verkehrssicher, ich würde jetzt gerne nochmal ein paar vernünftige Fahrstunden buchen. Das brachte mir wahnsinnig viel, weil wir damit eben nicht das übliche Programm abgefahren sind, sondern ich speziell die Sachen genannt habe, bei denen ich mich nicht gut gefühlt habe/die ich meinte, nicht richtig zu können, und das abgearbeitet haben. Seitdem kann ich sogar vernünftig einparken! Vorwärts, rückwärts oder parallel!
        Im eigenen Auto habe ich Geruch und Temperatur meiner Umwelt unter Kontrolle, und wenn der Lüfter aus und die Fenster zu sind gibt es keinen Wind… das sind alles Sachen, die mir sonst viel zu schaffen machen. Beim ausfiltern der optischen Eindrücke falle ich dann eben in diesen Konzentrationsmodus, der bei mir durchaus auch zu einer Ent-Stressung führt, weil der Kopf mal mit allem anderen Pause machen muss. Gerne fahre ich auch in Dämmerung bzw. Nachts, denn dann muss ich nochmal weniger ausblenden bzw. kann wirklich davon ausgehen: was ich sehe ist auch relevant.
        Ergänzung zum Zug. Wir fahren so ca. einmal im Jahr mit dem Thalys von Brüssel nach Paris. Weil weder mein Mann noch ich unser jeweiliges Auto in Paris parken wollen. Da mieten wir uns aber eine dieser Kabinen, die wir dann für uns alleine haben.

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  2. blutigerlaie 19. November 2017 / 17:49

    Ich hatte den Führerschein zum Abitur gemacht, allerdings mit einmal durchfallen, und so unsicher wie damals, war es gut und sinnvoll, dass ich im Studium nur öffentlich fuhr. Hätte kein Geld für ein Auto gehabt, und für Freizeitprogramm keine Nerven übrig. Ich setzte mich allmählich wieder ans Steuer meines Partners, als ich es beruflich brauchte, und dann, Ende der 20er, fiel es,mir leichter. Heute fahre ich sehr gerne! Möchte das Runterkommen im Auto, mit Lieblingsmusik, nicht missen!

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