Übersetzung: Neurodiversity-Bewegung vs. Autismusforschung

Dieser Beitrag von Manoj Kanagaraj erschien ursprünglich in der Washington Post, Übersetzung mit freundlicher Erlaubnis des Autors.

I want to help find the cause of autism. Some autistic people think I’m the enemy.

(Nachträge, 11.03.2019:

1. Der Artikel ist immer noch frei verfügbar, unter ‘free browse’.
2. Ich habe den Autor auf Twitter gefragt, ob ich übersetzen darf und das OK erhalten.
3. Es handelt sich eher um eine Transliteration anstelle einer Translation, da ich nicht ausschließen kann, dass ich nicht alles sinngetreu übersetzt habe, ich bin kein professioneller Übersetzer)

Ich möchte dabei helfen, die Ursache für Autismus zu finden. Manche autistische Menschen denken, ich bin der Feind.

Doch man kann sowohl Fürsprecher für Autisten als auch für Fürsprecher für Autismusforschung zu sein. Continue reading

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Übersetzung: Anleitung zur Selbstdiagnose

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Nachfolgend eine Übersetzung von MusingsofanAspie, einer in den USA bekannten autistischen Bloggerin.
Adult ASD: Self-diagnosis or Professional Diagnosis?

Die bekannte Bloggerin zieht ein schnörkelloses Fazit bei Erwachsenen mit Autismus: Du hast umfangreiche Nachforschungen betrieben, festgestellt, dass Du im autistischen Spektrum bist und Deine Selbstdiagnose ist meistens in den [amerikanischen] Autismus-Communities anerkannt. Warum?

  • Asperger und Autismus zeigen sich bei Erwachsenen anders als bei Kindern, es ist generell schwer, erfahrene und geübte Diagnostiker zu finden.
  • Viele Erwachsene erhalten zahlreiche Fehldiagnosen, bis sie die korrekte Diagnose Asperger oder Autismus bekommen.
  • Vor allem Frauen werden oft fehldiagnostiziert, weil sie anders wirken als männliche Aspies, auf denen das traditionelle Modell basiert.
  • Die Diagnose kann kostenaufwändig sein und wird von den meisten Krankenversicherungen nicht [bzw. in Österreich nicht vollständig] abgedeckt.
  • Diagnosen können stigmatisieren oder praktische Einschränkungen nach sich ziehen, etwa nicht zur Armee gehen zu können oder wenn Elternrechte in Frage gestellt werden [in D/ AT: Hindernis für Verbeamtung, Versicherungen, etc.]

Wie funktioniert Selbstdiagnose? Den AQ-Test absolvieren reicht nicht aus.

Vorgehensweise: Continue reading

Reflexion: Wenn Dinge aus dem Ruder laufen

Vorab: Dieser Eintrag bleibt so stehen. Ich bin manchmal zu selbstkritisch, aber in diesem Fall sind ein paar erklärende Worte nötig, denke ich, auch wenn die angesprochene Leserschaft in der Minderheit sein dürfte. Mit etwas Abstand sehe ich die Dinge klarer und kann auch meine eigene Rolle darin besser bewerten. Dazu zählt u.a.

Ich kann nicht anderen vorwerfen, zu emotional zu agieren, wenn ich selbst zu emotional reagiere.

Continue reading

Selbstdiagnose, Selbsttäuschung?

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Vor allem erwachsene Menschen, die erstmals mit dem Thema Autismus in Berührung kommen und den berüchtigten “Aha-Das-bin-ja-ich“-Effekt erleben, hegen erstmalig den Eigenverdacht auf Autismus bzw. Asperger. Dann gibt es zwei Möglichkeiten:

i) Ich gebe mich mit einer Selbstdiagnose zufrieden, passe meinen Alltag autismusspezifisch an, tue das, was mir gut, ziehe Grenzen und achte mehr auf mich.

ii) Ich lasse mich diagnostizieren, passe meinen Alltag autismusspezifisch an, tue das, was mir gut, ziehe Grenzen und achte mehr auf mich. Oh wait …, Continue reading

Ö1-Radiosendung über Autismus: Gemischte Gefühle

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In der Ö1-Radiosendung “Radiodoktor” wurde am 1. Februar 2016 Autismus thematisiert. Farbig markiert meine Anmerkungen dazu:

Moderation:

Univ-Prof Manfred Götz Facharzt für Kinder- und Jugendheilkunde in Wien

Sendungsgäste:

  • Univ.-Prof. Dr. Luise Poustka, Leiterin der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie der Meduni Wien am AKH
  • Prim. Dr. Sonja Gobara, Fachärztin für Kinder- und Jugendheilkunde und spezialisiert auf Neuropädiatrie, Leiterin des Ambulatorium Sonnenschein in St. Pölten
  • Astrid Friedl (Mutter eines 21jährigen Asperger-Autisten)

Schade, dass kein Autist oder Autistin gefunden wurde, der an der Runde teilgenommen hat. In allen Schilderungen wurde 100 % Sicht von außen vermittelt, jedoch nicht, wie ein Autist oder eine Autistin die Welt empfindet. Continue reading